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Facebook ist tot – bei Teenagern

Date Posted: 15 August, 2013
Facebook
Bild: Fotolia

Ein Treffpunkt alter Leute. Ein Überwachungsapparat für Eltern. Veraltete Strukturen. Nervige Werbung. Eine ideale Plattform fürs Cyber-Mobbing. Wenn es nach der 13-jährigen Ruby aus New York geht, ist Facebook ein vom Aussterben bedrohter Social-Media-Dino. In einem Beitrag auf mashable erklärt das Mädchen, warum sie und ihre Altersgenossen das Projekt von Herrn Zuckerberg nicht mehr interessiert. Am 8. Februar hatten wir anhand einer Studie von Pew Internet schon einmal die Frage gestellt, ob Facebook zum Altherren-Netzwerk würde.

Das Eltern-Netzwerk

Facebook ist laut Ruby auch deswegen bei jungen Teenagern nicht mehr angesagt, weil inzwischen andere soziale Netzwerke interessanter erscheinen. Als Beispiel nennt sie Instagram. Bei diesem sozialen Netzwerk werden Fotos oder kurze Videos geteilt, wahlweise auch über andere Plattformen wie Facebook, Twitter oder Tumblr. Status-Meldungen werden durch Bildsprache ersetzt, ganz nach dem guten alten Motto: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.

Ein weiterer Grund für die Abkehr vom einst tollsten Netzwerk des Universums ist die Tatsache, dass Ruby dort keine Gleichaltrigen mehr findet. Teenager folgen Trends. Sie werden wie kaum eine andere Zielgruppe gesteuert von dem, was bei der anderen in ihrem Alter gerade aktuell angesagt ist. Da keiner von Rubys Freunden einen Facebook-Account hat, ist dies für Ruby das eindeutige Signal: Facebook ist uncool. Es ist für sie witzlos, dort Inhalte zu teilen, weil die kein Gleichaltriger sieht. Im besten Fall bekommt sie für Postings „Likes“ von ihrer Mutter. Oder ihrer Oma. Oder ihrem Zahnarzt.

Digitales Gewissen

Auch die immer penetranter auftauchende Werbung in dem sozialen Netzwerk schreckt Ruby ab. Sie will sich nicht von Marketing-Leuten vorschreiben lassen, was sie mögen oder kaufen soll. Sie will selbst entscheiden. Und dann wären da noch die verstärkt auftretenden Änderungen am Design und der Benutzerführung. Teenager wollen sich nicht in Überarbeitungen einlesen müssen, sie wollen ein einfaches Design. So wie das von twitter zum Beispiel. Je mehr Optionen und Schnick-Schnack verbaut wird, desto mehr fühlen sich Menschen in Rubys Alter abgeschreckt.

Kenne Kanäle und Kunden

Man sollte beachten, dass es sich hier um die Meinung einer einzelnen Person handelt. Inwieweit diese repräsentativ für die Teenager der USA oder Europa sind, müsste eine Umfrage zeigen. Trotzdem kann man auch und gerade als Kommunikations-Agentur einige Erkenntnisse aus dem ziehen, was Ruby über Facebook denkt. Facebook ist kein Allheilmittel, bei dem man nur ein paar Fotos und Text-Beiträge benötigt, um sich als Unternehmen mit seinem Produkt zu etablieren. Am Beispiel von Ruby sehen wir, wie wichtig es ist, den Kunden und sein Produkt genau zu kennen.

Dynamische Entwicklungen

Wer seine Social-Media-Expertise auf dem Satz begründet: „Wir machen dann auch was auf Facebook“, der hat keine Social-Media-Expertise. Social-Media-Beratung kann auch bedeuten, den Kunden weg vom vermeintlich hippen Facebook hin zu einem traditionellen Newsletter zu führen. Es kommt bei jeder Aktivität darauf an, an welche Zielgruppe sich eine Aktion richtet und wo sich diese Zielgruppe aufhält. Was nutzen die schönsten Aktionen auf Facebook, wenn dort niemand von den Menschen ist, die das Produkt im speziellen oder die Aktion im Allgemeinen ansprechen soll?

Nur wer seine Klienten kennt, deren Bedürfnisse gemeinsam mit dem Kunden erarbeitet und danach die passenden Kommunikations-Kanäle ausrichtet, wird Erfolg haben. Eine Social-Media-Expertise hört nicht bei twitter und Facebook auf. Zu dieser Expertise gehört auch, stets einen Finger am Puls der Zeit zu haben und zu wissen, dass sich YouTube und Google Plus für die Multiplikatoren-Kommunikation gut eignen oder ein Clip Wettbewerb auf vine laufen kann.

 

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