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Epson Moverio BT 200 – Die Chancen der Augmented Reality

Date Posted: 18 März, 2014
Bild: wildcard

Wearables und allen voran die Datenbrille Google Glass gestalten das Technik-Ressort unseres Blogs seit Monaten entscheidend mit. Dabei wird der Markt immer umkämpfter. Während Samsung und auch Sony aller Voraussicht nach in naher Zukunft ihre Datenbrillen-Modelle präsentieren, zeigte sich mit Epson bereits auf der CES in Las Vegas als neuer Mitkonkurrent ein interessantes Konzept. Hersteller Epson will mit seiner Datenbrille Moverio einen Sparringspartner auf Augenhöhe in den Kampf um die Käuferschaft schicken. Wir durften auf der CeBIT das überarbeitete Modell BT-200 ausprobieren und schildern unsere ersten Eindrücke.

Technik und Konzept

Im Vergleich zu Google Glass fällt bei Epsons Datenbrille sofort ein Detail ins Auge: ein kleines Kästchen. In diesem Anhängsel, kaum größer als ein herkömmliches Smartphone, steckt das Herz der Datenbrille. Auch der Prozessor, der interne Speicher, Akku sowie GPS und ein Touchscreen sind hier verbaut. Ein 1,2 Gigahertz starker Dualcore-Prozessor, ein Gigabyte Arbeitsspeicher und acht Gigabyte interner Speicher (via microSD erweiterbar) bilden die technische Basis der Datenbrille. Anders als Google Glass projiziert die Brille das Bild in der qHD-Auflösung von 960 x 540 Pixel auf einer wahrgenommenen Größe von 320“ transparent und in das Sichtfeld des Trägers. Der Vorteil: Im Gegensatz zu Googles Datenbrille muss der Blick nicht stets in eine fest vorgegebene Richtung gelenkt werden, da das Bild dank Bewegungssensoren immer mittig platziert wird. Der verbaute Akku soll eine Betriebsdauer von bis zu sechs Stunden ermöglichen. Musikliebhaber freuen sich darüber hinaus auf eine Tonausgabe in Dolby Digital Plus. Dank Anschlüssen wie Bluetooth 3.0 sowie Funktionen wie Wi-Fi als auch dem Peer-to-Peer-Funk-Standard Miracast, soll der Nutzer auch mobile Geräte anschließen oder im Internet surfen können. Das Bedienkonzept der Datenbrille ist zudem nicht sprachbasiert. Für die Menü-Navigation ist der auf der Zusatzperipherie installierte Touchscreen vorgesehen.

Die Art der Projektion verrät: Epsons Moverio BT-200 verwendet die Technik der Augmented Reality. Das bedeutet, dass die Brille digitale Einblendungen und die Wahrnehmungen der Realität vor dem menschlichen Auge zusammensetzt. Aus diesem Grund verfügt die Brille auch über eine Frontkamera mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln. Das auf Android 4.0 basierende Betriebssystem verspricht vor allem in der Zukunft viele interessante Entwicklungen für das „Head-Mounted Display“. Im Hinblick auf die Ausrichtung der Datenbrille unterscheidet sich Epson ebenfalls von Google. Während Google die soziale Interaktion in Form von Nachrichten, Bildern und Videos in den Vordergrund rückt, fokussiert sich Epson auf einen größeren Anwendungsbereich. Nicht nur, dass der Infotainment-Sektor für den Privatnutzer dank Video- und Games-Unterstützung abgedeckt wird, so könnte die Datenbrille verschiedenen Berufsgruppen wie beispielsweise Ärzten oder Feinmechanikern den Berufsalltag erheblich erleichtern. Aufgrund der Tatsache, dass der Nutzer die Einblendung stets „im Auge“ hat, kann eine deutliche Steigerung der erforderlichen Präzision in einzelnen Arbeitsschritten erzielt werden. Einblendungen, wie aktueller Puls oder Blutdruck des Patienten liegen ebenso wie Live-Simulationen im realistischen Möglichkeitsbereich der Augmented-Reality-Brille.

Mit der Moverio BT-200 hat Epson ab Mai dieses Jahres ein spannendes Datenbrillen-Konzept im Programm. Während Google die Einblendung des Displays lediglich auf die rechte Gesichtshälfte beschränkt, nutzt Epsons Datenbrillen-Vision das natürliche Sichtfeld des Nutzers. Durch die offene Struktur des Betriebssystems können kreative Köpfe auf der Datenbrille zudem frei experimentieren. Unsere Erfahrungen mit Android im Handy-Bereich lassen uns bereits jetzt von Augmented-Reality-Konzepten aus Hollywood träumen. Auch die Möglichkeiten für unterschiedlichste Berufsgruppen geben der Brille einen entscheidenden Vorteil gegenüber bislang bekannten Datenbrillen-Konzepten. Epson beweist damit, dass die Zukunft der Datenbrille nicht zwangsläufig ausschließlich im Konsumentenbereich liegt.

Unser erster Eindruck:

Die Kombination aus Brille und separatem Device wirkt zunächst nicht sonderlich handlich, eröffnet mit fortlaufender Nutzungsdauer aber intuitive Möglichkeiten. Unser Interesse wurde bereits wenige Momente nach dem Aufsetzen geweckt. Besonders jene Möglichkeiten, die über reines Entertainment hinausgehen, von denen wir auf der Messe schon einen kleinen Ausschnitt testen konnte, wussten zu überzeugen. Wirklich schick: der optionale 3D Effekt, welcher der Augmented-Reality-Einblendung noch mehr Tiefe verleiht.

 

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