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Eines ist sicher: Unsere Daten sind es nicht

Date Posted: 14 Juni, 2013

Das Thema Datenschutz: Seit der Guardian am Sonntagabend die Geschichte und das Interview mit dem IT-Experten und ehemaligen NSA Mitarbeiter Edward Snowden veröffentlicht hat, ist das Ausmaß des Überwachungsprogramms noch nicht ganz zu fassen. Nahezu jede E-Mail, jedes Telefonat und jede SMS sollen von den USA und möglicherweise auch weiteren Staaten gesammelt und im Nachhinein eingesehen werden können. Bisher kann nur darüber spekuliert werden, ob auch soziale Netzwerke wie Facebook oder der IT-Riese Google den USA bei der Sammlung von sensiblen Daten hilft, die Vermutung liegt aber nahe. Die Nutzer stellen sich nun die Frage: Kann man überhaupt sicher im Internet surfen?

Kreditkartendaten, Passwörter, Nachrichten und private Fotos – das alles kann sich die US-Regierung von uns einsehen. Möglicherweise sind auch andere Länder in der Lage, ungefragt Daten der Nutzer von Facebook und Google abzugreifen. Was Datenschützer schon lange befürchtet haben, könnte sich also tatsächlich als wahr herausstellen. Dass die sozialen Netzwerke unsere Daten auf ihren Servern haben und Einsicht haben, das sollte jedem klar sein, der bei Twitter oder Google Plus angemeldet ist. Die mögliche Kooperation mit der NSA ist aber ein Schock für viele Nutzer.

Abstreiten hilft nicht

Die neue Kinect Kamera warf viele Diskussionen auf.
Bild: Microsoft

Die Dementis der IT-Riesen sind zwar mittlerweile in jeder Zeitung und auf jeder Website einzusehen. Trotz dieser Aussagen fällt es schwer, den Konzernen weiterhin zu vertrauen. Zumal immer wieder neue Diskussionen über den Datenschutz aufkeimen. Erst vor einigen Wochen, als Microsoft die neue Xbox One mitsamt Kinect vorgestellt hat, war der Aufschrei groß. Die Kamera der Spielekonsole scannt den Raum und analysiert ihn – was mit den Daten hinterher passiert, oder wer auf die Daten zugreifen kann, ist nicht bekannt.

Präsident Obama, der in der kommenden Woche Deutschland besucht, verteidigt das Sammeln von Daten und erklärt es durch die Prävention von Terroranschlägen. In Deutschland stößt Barak Obama allerdings auf heftigen Widerspruch. Union und SPD fordern gleichermaßen eine Offenlegung jeglicher Überwachter Kanäle und die zukünftige Respektierung der Privatsphäre.

Datenschutz: Eine neue Sicht auf Privatsphäre?

Apropos Privatsphäre: Laut Mark Zuckerberg ist die klassische Sicht der Privatsphäre veraltet. Im digitalen Zeitalter sollten sich auch die Menschen an die Medien anpassen ihre Informationen mit ihren Mitmenschen teilen. Ja, immer mehr Menschen sind bereit ihre Inhalte in sozialen Netzwerken zu teilen. Aber nicht mit der breiten Öffentlichkeit. Nur mit seinen Freunden oder Bekannten. Und besonders nicht mit der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika.

Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis das ganze Ausmaß des Prism-Skandals aufgeklärt ist. Im Moment haben wir nur die Gewissheit, dass, im Zweifel, Barack Obama den letzten E-Mail-Verkehr mit meiner Mutter nachlesen kann. Ich habe nichts zu verbergen, dennoch möchte ich nicht, dass jemand seine Nase in meine Angelegenheiten steckt, selbst Mr. President nicht.

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