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E3 2016: Schaulauf der Pressekonferenzen

Date Posted: 17 Juni, 2016

E3 in Los Angeles: Hier hielten die großen der Branche ihre Pressekonferenzen ab. Wir bei wildcard haben uns angesehen, wie in den Pressekonferenzen kommuniziert wurde und was die Highlights der diesjährigen E3 waren.

Bereits vor der E3 begeisterte EA mit ihrer EA Play Pressekonferenz in Los Angeles moderiert von CEO Andrew Wilson. Parallel moderierte COO Peter Moore den Ableger in London. An Highlights bot die EA Play nicht so viel wie andere Pressekonferenzen in den letzten Tagen. Es wurde lediglich ein kleiner Einblick in zukünftige Projekte gegeben. Zu den Höhepunkten gehörten Einblicke in Titanfall 2, FIFA 17, Madden NFL 17, Mass Effect: Andromeda, Battlefield 1 und Star Wars. Darüber hinaus wurde das Indiespiel Fe vorgestellt, das im Rahmen des EA-Originals-Programms promotet wird. Mit dem Projekt will EA kleine Entwicklerstudios unterstützen.

EA Play in London

Das absolute Highlight der EA Play fand jedoch in London statt, denn dort war niemand geringerer als Manchester United Trainer José Mourinho vor Ort. Abschließend kündigte EA ihre neue Spendenaktion “play to give” an. Ein weiteres Highlight waren die Stars, die im Anschluss an die Pressekonferenz Battlefield 1 spielten, darunter auch Jamie Foxx, Snoop Dogg, Zac Efron und viele bekannte YouTuber und Streamer.

Besondere Würze wurde der Konferenz jedoch durch die humorvolle Präsentation und der amüsanten Referenz bezüglich des eigenen Leaks zum Titanfall 2 Single Player Trailer verliehen. Über Facebook, Twitter und Snapchat promotete EA vor, während und nach der EA Play die Inhalte ihrer Pressekonferenz.

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Virtual Reality auf Pressekonferenzen

Bethesda brachte auch dieses Jahr so einiges mit zu ihrer Pressekonferenz auf der E3. Zu den Highlights gehörten vor allem Quake Champions, Prey, Skyrim – Special Edition und Dishonered 2. Ein weiteres Highlight war die Ankündigung des Karten-Rollenspiels The Elder Scrolls – Legends und der Special Edition des Mammut-Rollenspiels The Elder Scrolls V – Skyrim. Abschließend bewies Bethesda ihr Engagement bezüglich Virtual Reality, ein Thema, das während der diesjährigen E3 bei den meisten Konferenzen eine wichtige Rolle eingenommen hat. Der Publisher möchte die beiden Spiele Doom und Fallout 4 für VR-Brillen umsetzen.

Bethesda überzeugte vor allem durch Humor, Referenzen zu alten Spielen und Social Media Präsenz: auf Instagram, Twitter, Facebook und Snapchat waren sie rund um die E3 dauerhaft aktiv. Aber auch das politische Statement und stille Mitgefühl, das Bethesda in Anspielung an Orlando gezeigt hat, sollte nicht außen vor bleiben: Aus Anteilnahme an den Geschehnissen in Florida am vergangenen Wochenende trugen alle Sprecher auf der Pressekonferenz Regenbogenanstecker.

Vor allem Microsoft hatte dieses Jahr besonders große News dabei: sie stellten die Xbox One S vor, wollen plattformübergreifendes Spielen mit “Play Anywhere” ermöglichen und punkteten zu guter Letzt auch noch mit der “We heard you”-Konsole Project Scorpio, die als “most powerful console ever” angekündigt wurde und außerdem VR-fähig sein wird. Damit präsentierte Microsoft dieses Jahr nicht nur eine, sondern gleich zwei neue Konsolen. Das Projekt “Play Anywhere” ist Teil des neuen Images von Xbox Live. Im Zuge dessen stellte Microsoft Clubs (“create your own community”), Looking for Group (“find other players with same goal in mind”) und Arena, eine neue Turnierplattform, vor. Doch das war noch nicht alles. Durch Xbox Live wird nun beispielsweise auch plattformübergreifendes Minecraft-Zocken möglich. Bei Microsofts Konferenz wird vor allem der Nutzer ganz groß geschrieben wie bei der “We heard you”-Konsole. Sie stellen beispielsweise auch einen neuen Xbox Wireless Controller vor, für den jeder Spieler sein eigenes Design festlegen kann.

Zu den Spielehighlights auf der Microsoft-Pressekonferenz gehörten Gears of War 4, Killer Instinct, Final Fantasy XV, Battlefield 1, We Happy Few, Sea of Thieves, Tekken 7, Halo Wars 2 und Gwent, das langersehnte Kartenspiel zu The Witcher.

Windows 10 als zentrales Element

Microsoft überzeugt vor allem durch Informationen, Sensationen wie Xbox Live (ihr Motto: no boundaries), viele Wortspiele und einer sorgfältig zurechtgelegten Präsentation, bei der sämtliche Visuals auf den Redner abgestimmt wurden. Die wiederholte Betonung auf nutzerfreundliche Entwicklungen ist vor allem im Nachspiel der Windows 10-Skandale sehr wichtig. Allerdings sorgt Microsoft auch hier wieder für viel Aufregung. Denn inmitten dieser Skandale wirkt die diesjährige Konferenz, die sich natürlich überwiegend um die Xbox dreht, dennoch wie eine Windows 10-Werbung, wozu im Netz bereits schon vermehrt in Posts, Videos und Memes Kritik zu finden ist. Dennoch kommunizierte Microsoft zuverlässig über einige Social Media-Kanäle, wie zum Beispiel ihren Facebook und Twitter Accounts und zeigte, wie schon Bethesda, Mitgefühl gegenüber der Opfer des Orlandoanschlags mit Regenbogenansteckern.

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Die Kritiker sind sich einig, dass Sony definitiv eine der besten Pressekonferenzen bei der E3 abgeliefert hat. Die Konferenz beginnt mit einem imposanten Orchester-Konzert. Das Orchester begleitet auch live den ein oder anderen Trailer und untermalt die Pressekonferenz über die ganze Show hinweg. Die Enttäuschung darüber, dass die sehnlichst erwartete PS4 Neo nicht vorgestellt wurde, hielt nicht lange an, denn stattdessen gab es eine Menge neue Exklusiv-Titel, wie zum Beispiel Death Stranding, das von der Entwicklerlegende Hideo Kojima höchstpersönlich vorgestellt wurde. Weitere Highlights waren God of War, Days Gone, The Last Guardian, Horizon: Zero Dawn, Detroit: Become Human, Spider-Man, LEGO Star Wars: The Force Awakens, Final Fantasy XV, Call of Duty: Modern Warfare Remastered und Resident Evil VII: biohazard.

PlayStation VR: Weiterhin ein großes Thema

Auch Sony zieht den VR-Trumpf mit PlayStation VR: Es wurden Resident Evil VII, Farpoint, Star Wars Battlefront: X-Wing VR Mission, Batman VR und Final Fantasy XV VR Experience vorgestellt.

Sony überzeugt durch die außergewöhnliche Vorstellung zahlreicher neuer Spiele, insbesondere dank des Live-Orchesters und guter Abstimmung von Präsentation und Moderation sowie viel Coverage auf ihren Twitter, Instagram und Facebook Accounts. Neben dem Orchester hebt sich Sony aber auch dadurch von anderen ab, dass sich Shawn Layden, der Vorsitzende von Sony Interactive Entertainment, einen Moment Zeit nimmt, um die schrecklichen Geschehnisse in Florida anzusprechen und die Anteilnahme der kompletten PlayStation-Community zu unterstreichen.

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Nintendo verfolgte auf der E3 die mittlerweile aus diesem Hause gewohnt konservative Strategie: keine Pressekonferenz, kein überflüssiges Drumherum – nur ein Livestream des Nintendo Treehouse auf Twitch. Für die Nintendo-Zielgruppe erscheint diese Strategie aber passend gewählt. Der Fokus lag dementsprechend auf den Spielen selbst – so waren die neuen Einblicke in The Legend of Zelda: Breath of the Wild wohl ein Selbstläufer. Das gleiche gilt für Pokémon Sun und Pokémon Moon. Auch die anderen angekündigten Titel waren keine Überraschungen, für Pokémon Go wird es allerdings Zubehör geben: Mit Pokémon Go Plus wird man spielen können, ohne jedes Mal sein Smartphone zücken zu müssen. Enttäuschend war im Allgemeinen wohl eher, dass – wie schon vorher klar war – keine Details zu Nintendos nächster Konsole (bisher als NX bekannt) bekannt gegeben wurden. Nintendo deckte alle relevanten Social Media Kanäle wie Facebook, Vine, Twitter und Instagram ab und lieferte über diese vor, während und nach der E3 laufend neuen Content.

Alles in allem brachte auch die desjährige E3 wieder zahlreiche Highlights und Sensationen mit sich. Wie erwartet lieferten sich die zwei großen Hardwarehersteller Microsoft und Sony auch dieses Jahr einen Kampf der Giganten und die Entwicklerstudios zogen erneut alle Register, um ihre Spiele groß anzukündigen. Auch bei Nintendo bleibt alles beim Alten, denn sie heben sich mit ihrem E3-Treehouse erneut von der Masse ab. Während Apple und EA nicht direkt zur E3 gehörten, nutzten beide die Aufregung rund um das Gamingevent, um ihre separaten Pressekonferenzen abzuhalten.

 

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