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Die Zukunft des Autos: Wenn der Wagen von allein fährt

Date Posted: 11 Juli, 2014
Bild: BMW AG
Bild: BMW AG

Vor kurzem berichteten wir auf dem wildcard-Blog über das selbstständig fahrende Auto von Google und damit über die Entwicklung von Autos in der Zukunft. Während der Entwicklerkonferenz I/O kündigte Google zudem das Projekt „Android Auto“ an – ein Betriebssystem für Bordcomputer von modernen Fahrzeugen. Momentan ist also viel Bewegung in der Entwicklung der Automobilbranche. Einiges ist noch weit entfernt, anderes schon Realität. Es stellt sich also die Frage: Wie wird das Auto der Zukunft aussehen und auf welche technischen Neuheiten darf man in nächster Zeit gespannt sein?

Selbst ist das Auto

 Das Auto der Zukunft soll mehr als ein Fahrzeug sein – eher eine Art Begleiter, der sich den Gewohnheiten des Menschen anpasst und selbstständig lernen kann. Jaguar arbeitet an einer intelligenten Version des Range Rovers. Dieser schickt dem Fahrer zum Beispiel eine SMS, wenn dieser eigentlich auf dem Weg zur Arbeit sein sollte und sich verspäten könnte. Es wählt die Lieblingsmusik des Fahrers aus, beheizt das Auto im Winter vor der Fahrt, merkt sich den Weg zur Arbeit – für all das muss der Fahrer eine Art Terminkalender pflegen. Ein Head-up Display, das die gesamte Windschutzscheibe einnimmt, verhindert Ablenkung und stellt sicher, dass der Fahrer seine Augen nicht von der Fahrbahn löst. Der i8 von BMW ist bereits mit einem HUD ausgestattet. Dieses zeigt Informationen zu Geschwindigkeit und Navigation an – selbst bei hellstem Sonnenschein. Zukünftig sollen neue, 3D-fähige HUDs unter anderem visuelle Hilfestellungen bei unübersichtlichen Fahrbahnen bieten, Abstandsinformationen, verdeckte Verkehrsschilder oder Fahrzeuge, die sich im toten Winkel befinden, anzeigen.

Google erzeugte zwar zuletzt große Aufmerksamkeit, doch auch andere namhafte Autohersteller entwickeln fleißig neue Technologien, die das Fahren zukunftsreif machen sollen. Mercedes zum Beispiel präsentierte erst kürzlich den Future Truck 2025. Dieser soll es LKW-Fahrern ermöglichen, während der Fahrt einen Autopiloten einzustellen, so dass Müdigkeit und daraus resultierende Unfälle der Vergangenheit angehören. Möglich macht das eine Kombination aus Radar- und Stereokameras, die das Gefährt auf Kurs halten sollen. Wie der Name es bereits vermuten lässt, wird es bis zur Einführung dieses Projektes noch mindestens zehn Jahre dauern. Das Auto der Zukunft soll seine Fahrer entlasten und nicht nur das: Es soll menschliche Fehler verhindern. Diese Entwicklung startete bereits vor einigen Jahren, als Einparkhilfen dem Fahrer das Abstellen des Fahrzeugs erleichterten.

 Komplett automatisierte und vernetzte Fahrzeuge haben aber auch ihre Tücken. Die Politik hat bereits laut darüber nachgedacht, dass es eine spezielle Gesetzesänderung des Datenschutzes geben könne. Man sieht die Gefahr, dass zu viele Daten über Fahrer und deren Fahrverhalten aufgezeichnet werden könnten und so gläserne Autofahrer entstehen. Doch die Vernetzung hat auch viele Vorteile. So könnten Unfallopfer sehr viel schneller gefunden und Hilfe schneller an Ort und Stelle sein. Plötzlich auftauchende Fußgänger sollen schneller erkannt werden. Bereits in der Fahrschule können Autopiloten das Leben der Autofahrer sowie der Passanten effektiver schützen.

Wann beginnt die Zukunft endlich?

 All das ist bisher noch Zukunftsmusik. Software-Entwickler und Automobilhersteller halten sich noch sehr bedeckt und geben, wenn überhaupt, nur vage Daten für eine schlussendliche Markteinführung. Dennoch: Auch wenn die schwebenden Autos aus vielen Sci-Fi-Filmen wohl noch mehr als 20 Jahre auf sich warten lassen werden: selbstfahrende, lernende und intelligente Autos klingen gleichermaßen spannend. Autos als potentielle Datenkraken sind in jedem Fall ein Thema, das ausführlich besprochen werden muss. Auf jeden Falls ist eindrucksvoll, zu was die Technik bereits jetzt imstande ist. Früher beeindruckte der elektrische Fensterheber, demnächst wird das Auto von alleine fahren können.

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