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Die Möglichkeiten des 3D-Drucks

Date Posted: 12 November, 2014
© doomu - Fotolia.com
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3D-Druck ist schon lange keine Weltneuheit mehr. Mittlerweile findet die Technologie des Rapid Prototypings in fast allen Lebenslagen Anwendung. Besonders bei der Niedrighaltung von Produktionskosten oder zu Testzwecken hat der 3D-Druck in vielen Bereichen der Industrie einen wichtigen Platz eingenommen. Wir haben uns einige Kommunikationsstrategien von Unternehmen genauer angeguckt und analysiert, wie der 3D-Druck eingesetzt und kommuniziert wird.

3D-Druck bei Filmproduktionen

Wenn es in Actionfilmen heiß hergeht, ist Vorsicht geboten: Nicht alles, was hier in die Luft fliegt, ist auch wirklich original. So war es auch beim neuesten James Bond Film „Skyfall“. Der mit zwei Oscars und einem Golden Globe ausgezeichnete Agententhriller beinhaltet viel 3D-Druck-Technologie. Der legendäre Wagen von 007, ein unbezahlbarer Aston Martin DB 5, explodiert nämlich nicht wirklich. Vielmehr ist es ein Double – hergestellt im 3D-Drucker. Dafür beauftragte das, auf die Herstellung von Filmrequisiten spezialisierte, Unternehmen Propshop Modelmakers Ltd. das Augsburger Unternehmen voxeljet.

voxeljet fertigte drei Kunststoffmodelle des Aston Martin DB 5 im Maßstab 1:3 an. Grundvoraussetzung für realistische Bildergebnisse ist professionelle Druckqualität, die durch den Highend-Drucker VX4000 gewährleistet wurde. voxeljet lieferte Propshop die Aston Martins DB 5 aus Kunststoff in jeweils 18 Einzelteilen. In Großbritannien angekommen, wurden diese dann zusammengesetzt und in mühevoller Detailarbeit nachbearbeitet und verchromt. Dass der Aston Martin aus Kunststoff viel kleiner ist als das Original, war in Skyfall dann nicht mehr zu erkennen. Der Film wurde überhäuft mit positiver Kritik und spielte 1,1 Milliarden UD-Dollar ein. Durch die 3D-Druck-Technologie konnten die Produktionskosten entsprechend niedriger gehalten werden, so dass der Gewinn höher anzusetzen war. Mit echten Aston Martin-Fahrzeugen wäre der Umsatz deutlich geringer ausgefallen.

Per Smartphone

Im Februar diesen Jahres wurden in Deutschland rund 40 Millionen Smartphone Nutzer gezählt – nahezu die halbe Bundesrepublik. Alle Anwender des Nokia Lumia 820 können sich seit dem letzten Jahr Baupläne zum Erstellen eines Gehäuses für ihre Smartphones herunterladen. Damit spricht Nokia vor allem Besitzer eines 3D-Druckers an, die ihr Windows Phone direkt Zuhause verschönern möchten. Erstmalig wurde eine dieser Handyhüllen auf dem Mobile World Congress in Barcelona im letzten Jahr in Zusammenarbeit mit MakerBot hergestellt. Damals bereits durch Social Media inspiriert, sollten interessierte Nokia-Nutzer lustige und kreative Tweets mit dem Hashtag #Lumia820 senden. Jeden Tag wurde der beste Tweet ausgewählt und dem Autor ein individuell gestaltetes Hardcover geschenkt.

Im Kleinformat

Wenn es um 3D-Druck in der privaten Anwendung geht, haben die Drucker einige Nachteile: Sie sind schwer und klobig. Neben einem hohen Preis ist meist auch sehr viel technisches Verständnis nötig, um das Gerät bedienen zu können. Im vergangenen Jahr hat das US-Unternehmen Wobbleworks auf der IFA in Berlin den 3Doodler vorgestellt, der all das widerlegen möchte. Es handelt sich dabei um einen 3D-Drucker für den Freihandbetrieb. Das kompakte Gerät arbeitet ähnlich wie eine Heißklebepistole. Das verarbeitete Material ist Kunststoff und die Druckausrichtung kann nicht programmgesteuert sondern ausschließlich per Hand vorgenommen werden. Der 3Doodler ist mit rund 100 Euro für jedermann erschwinglich und wurde mithilfe von Kickstarter serienreif gemacht. Durch die Crowdfunding-finanzierte Produktion wurde das Gerät bereits vor Serieneinführung weltweit bekannt und bringt auf spielerische Weise 3D-Druck auch Kindern und Jugendlichen näher. Vorstellbar wäre die Einbindung des Geräts im Schulunterricht.

3D-Druck wurde in den letzten Jahren immer populärer und häufiger häufiger in den Medien diskutiert. Wie das Beispiel der Handyhüllen von Nokia zeigt, werden die Möglichkeiten des 3D-Drucks auch in der Kommunikation eingebunden, um Kundenbindung zu fördern. Auch eBay investiert bereits in Möglichkeiten rund um den 3D-Druck und die Verbindung mit mobilen Einkaufsmöglichkeiten. So hat der Konzern mit eBay Exact eine App entwickelt, mit der Kunden in Zukunft 3D-gedruckte Produkte kaufen können. Es bleibt spannend, welche Kommunikationsstrategien sich Unternehmen mit der eindrucksvollen 3D-Druck-Technologie für die Zukunft einfallen lassen.

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