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Die Freiheit der Leser und weswegen Blogger wichtig sind

Date Posted: 18 Oktober, 2013
Bild: Medientage

Auf den letzten  Medientagen in München wurden einmal mehr die Gründe von rückläufigen Leserzahlen im Printbereich thematisiert. Auf der Suche nach dem Schuldigen fand man dabei mehrere Verdächtige. Laut Verleger Dirk Ippen sind es die Jugendlichen, die einfach nicht Zeitung lesen wollen. Auch Google steht auf der Fahndungsliste wieder ganz weit oben. So wie Larry Page sein Unternehmen führt, wäre ein fairer Wettbewerb einfach nicht gewährleistet, deutete Siegfried Schneider, Chef der Medientage, an. Explizit erwähnte er den Suchmaschinenkonzern zwar nicht, aber bei seinen Ausführungen wurde der Adressat mehr als klar.  Lösungsvorschläge, wie man aus der Misere gelangt, wurden nicht genannt. Anstatt die Realität zu erkennen und zeitgemäße Strategien zu entwickeln, stehen viele Medienhäuser immer noch mit Schulterzucken vor dem digitalen Wandel und finden keinen Ansatz, um mit ihren Online-Inhalten Geld zu verdienen.

Content = Aufmerksamkeit

Dass es nicht nur um Geld geht, sondern vor allem um die Aufmerksamkeit der Leser, hat der Geschäftsführer der Huffington Post, Jimmy Maymann, erkannt. Selbstverständlich will er auch etwas verdienen, nur hat er einen Weg gefunden, wie man als Medium so groß und wichtig wird, dass einem die Aufmerksamkeit der Leser und Werbenden sicher ist. Beachtung kann man nämlich seiner Ansicht nach nur erlangen, indem man dem Nutzer möglichst viel Content zur Verfügung stellt. 1600 Artikel generiert die amerikanische Huffington Post am Tag. Der Leser kann selbst entscheiden, welche Artikel er lesen möchte, wo und wann er sie lesen möchte. Für Maymann ist dieses Modell zukunftsweisend – quasi Medienkonsum a la Carte.

Die Huffington Post scheint offensichtlich auf dem richtigen Weg zu sein. Neuste Studien des US-Internet-Dienstleisters News Whip haben gezeigt, dass die Medienangebote der Huffington Post (USA) auf Facebook und Twitter mit weitem Abstand am meisten geliked, geteilt und kommentiert werden. Das Online-Angebot von Buzzfeed rangiert auf 2, die klassischen Medien CNN und BBC finden sich auf den Plätzen 3 und 4. Die Interaktion zwischen Medien und Facebook und Co. nimmt immer stärker zu. Diese Entwicklung hat die Huffington Post und andere Online-Medien wie Buzzfeed oder Upworthy erkannt und umgesetzt. Deren Beiträge sind für die Nutzer besonders attraktiv. So wundert es niemanden, dass die Betreiber der Huffington Post aktuell mehr auf SMO (Social Media Optimization)- als auf auf SEO – (Search Engine Optimization) Maßnahmen setzt.

Blogger sind ernstzunehmende Medienvertreter

Diese Studien belegen wieder einmal, wie wichtig Blogger heutzutage in der und für die Medienlandschaft sind. Die Meinung der Blogger sind für viele Nutzer wichtiger als die vieler klassischer Medien. Reichweiten und Abonnentenzahlen unterstreichen diese Aussage. Man muss die Blogger erkennen als das, was sie sind: ernstzunehmende Medienvertreter. Und so gilt es sie auch zu behandeln.

Diese wichtige Erkenntnis sollten alle Unternehmen berücksichtigen, die auch in Zukunft erfolgreich kommunizieren möchten. Die klassischen Print-Medien, die heute noch als Informations- und Werbeträger fungieren, werden zukünftig immer weniger Bedeutung haben – vor allem in der jungen Zielgruppe.

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