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Nintendo und die E3 2013 – das fünfte Rad am Wagen?

Date Posted: 13 Juni, 2013

Früher bin ich selbst durch die Hallen des Convention Center gehetzt. In diesem Jahr genieße ich die Messe am Bildschirm. Kaum hab‘ ich mich an die täglichen Infos aus Los Angeles gewöhnt, da ist die E3 in diesem Jahr auch schon wieder vorbei. Dieses Mal kann sich aber wirklich niemand über mangelnde Unterhaltung beschweren. Der Konsolenkrieg, eine neue Spiele-Generation, atemberaubende Grafiken und einige Skandale. Ein alter Bekannter dagegen stand ganz im Schatten der mit den Technik-Muskeln spielenden Konkurrenz: Nintendo. Das ist ein bisschen selbst verschuldet.

Die aktuelle Konsolengeneration neigt sich dem Ende. Jetzt wissen wir, wie die neue Generation aussieht – Hardware als auch Software. Sony und Microsoft kämpfen um die Gunst ihrer Kunden und sorgten für eine Menge Gesprächsstoff. Der aktuelle Marktführer mit fast 100 Millionen verkauften Konsolen schaut in dabei in die Röhre. Die Rede ist vom japanischen Unternehmen Nintendo. Allerdings: Mario und Co. gibt es auch noch. Doch Nintendo setzte auf dieser E3 bewusst auf eine kleinere Pressekonferenz. Es gibt keine allzu tollen Zahlen zu vermelden, keine neue Hardware und die Dritthersteller überschlagen sich auch nicht mehr mit WiiU-Entwicklungen. Schlimmer: Selbst während der Pressekonferenz des Traditionsunternehmens waren die Schlagzeilen voll mit neuen Informationen zur Playstation 4 und der Xbox One.

Neuer Stoff für die Wii U

In diesem Jahr steht Nintendo im Schatten der Konkurrenz.
Bild: Nintendo

Zumindest die Freunde der klassischen Nintendo-Kost konnten mit der Zunge schnalzen: Mario Kart 8, Super Mario World 3D, ein neues Super Smash Bros. und Donkey Kong Country Tropical Freeze. Das Problem dabei: Die neuen Titel – unabhängig ihrer Qualität – finden kaum Beachtung in der Öffentlichkeit.

Die Wii U bekommt also viel neues Futter – das kommt ausschließlich von Nintendo selbst. Wie immer – könnte man sagen. Das riesige – für Nintendo selbst enorm lukrative Casual-Strohfeuer – verklimmt. Die Wii-Taktik funktionierte. Doch jetzt hat jeder Casual- und Silver-Gamer eine Wii. Der Tante, der Oma oder der Fashion-Freundin den Unterschied zwischen Wii und WiiU zu erklären, dürfte ziemlich schwer werden. Die WiiU-Käufer, die  mal wieder übrig bleiben, sind die Nintendo-Core-Gamer – und selbst die dürften nach der E3 2013 leicht neidisch auf ein Killzone: Shadowfall blicken.

Dennoch: Lob an Nintendo, dass nach dem schwachen Start-LineUp der Wii U endlich neue Hits für die Konsole kommen. Am Ende wird sich der japanische Konzern aber eingestehen müssen, dass ihr Konzept in den nächsten Jahren einen sehr schweren Stand haben wird. Aber wer weiß – vielleicht gehört die nächste E3 dann wieder Nintendo. Es wäre nicht die erste Mega-Innovation, die von Nintendo kommt.

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