News & views

Das Smartphone – längst immer und überall dabei

Date Posted: 12 Juli, 2013

Ich habe es immer vermutet. Doch dass es diese Ausmaße annimmt … Gestern veröffentlichte die Los Angeles Times die „2013 Mobile Consumer Habits Study“ von Harris Interactive für den Anbieter mobiler Bezahlsysteme Jumio. 1.102 Amerikaner wurden befragt. Kurz und schmerzlos: Ihr dachtet, es gibt noch Orte, an denen ihr vor Smartphones sicher seid? Pustekuchen. Die Geräte werden überall eingesetzt. Überall.

Ja, ich nutze mein Smartphone als Second Screen. Schaue ich fern, kann es in Momenten der Langeweile vorkommen, dass der First Screen meiner Aufmerksamkeit beraubt wird und ich surfe. In manchen der von Harris Interactive ausgemachten Smartphone-Situationen finde ich mich selbst ebenfalls wieder. Etwa bei den 55 % der Menschen, die ihr Smartphone während der Autofahrt nutzen. Das hat aber einen ganz einfachen Grund:  Mein iPhone ist gleichzeitig mein Navigationssystem. Eine Halterung verhindert aber, dass ich das Gerät bei 130 km/h ständig in den Fingern habe. Übrigens: klassisches Telefonieren mit dem Smartphone in den Händen – 40 Euro und einen Punkt in Flensburg. Da ist gar keine Halterung nötig, um mich vernünftig handeln zu lassen.

Neue Studie zeigt das Nutzung von Smartphones
Bild: jumio

Doch das ist nichts, gegen die Situation, in der Smartphones ebenfalls genutzt werden … Dazu später mehr.

19 % nutzen ihr Smartphone während eines Kirchenbesuchs. Hier wird meine Toleranz schon leicht aufmüpfig. Wer zur dazu gezwungen wurde, zur Kommunion des garstigen Nachwuchses des unsympathischen Schwippschwagers mitzukommen, der möge still auf Facebook herumsurfen – sollte aber die religiösen Gefühle jener respektieren, die der Messe freiwillig beiwohnen. Andere Situation, aber problematischer: der Kinobesuch. 35 % zücken dort ihr Smartphone. Nervig: Das helle Display eines Smartphones stört im dunklen Kinosaal.  Nicht tolerierbar: Im Kino telefonieren.

Doch das ist immer noch nichts gegen die Situation, in der Smartphones ebenfalls genutzt werden … Dazu gleich mehr.

Um diese Sache vor dem großen Knall noch etwas aufzulockern: 12 % nutzen ihr Smartphone in der Dusche. Sollten diese Personen ihr Smartphone tatsächlich unter der Dusche nutzen, sind sie entweder sehr zuversichtlich oder grob fahrlässig. Jene, die ihr Smartphone aber lediglich im Bad einsetzen, haben mein vollstes Verständnis: Erst die richtige Playlist rundet eine erfrischende Dusche ab.

Doch auch das ist immer noch nichts gegen die Situation, in der Smartphones ebenfalls genutzt werden … Nach nur wenigen Zeilen kommt es …

33 % zücken ihre Telefone in einer Situation, die wohl jeder kennt: beim Dinner. Bei Geschäftsessen nachvollziehbar. Manchmal macht man eben mit Menschen Geschäfte, die keine 30 Minuten nicht zu erreichen sein dürfen. Handelt es sich um ein Beziehungsdate, ist das gezückte Smartphone ein stummes, aber schrilles Alarmzeichen, dass etwas ganzgehörig in der Kommunikation falsch läuft. Entweder mailt sie oder er gerade dem oder der besten Freundin/Freund, er oder sie solle einen wichtigen Termin telefonisch fingieren oder die Abneigung ist so extrem, dass das Desinteresse offensiv durch die Beendigung der Facebook-Freundschaft vor Ort besiegelt wird. Beides unangenehm. Mieser dürfte sich nur noch das Kind fühlen, dessen Sangesauftritt beim Schulfest durch Email checkende Elternteile verhagelt wird – 32 % nutzen das Smartphones nämlich genau dort. Zu ihrer Verteidigung: Sie können den Auftritt natürlich auch filmen.

Apropos filmen: Jetzt kommt’s.

9 % nutzen das Smartphone während der schönsten Nebensache der Welt. Nein, nicht im Stadion – während des Beischlafs. Was genau dort gemacht wird, weiß in vollem Umfang wohl nur die NSA. Das aber zu 100%.

Share this
arrow_upward