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Das Geheimnis einer guten Website

Date Posted: 10 Juni, 2013

Webseiten sind wie Hunde. Es gibt kleine, große, laute, dicke, unauffällige und solche, die ständig versuchen die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Auf den ersten Blick haben sie nicht wenig gemeinsam – immerhin scheint es doch eher kurios, dass Dackel, Doggen und Chihuahuas zur gleichen Gattung zählen. Bei genauer Betrachtung fällt jedoch auf, dass sie sich nicht nur im groben Aufbau identisch (vier Beine, eine Schnauze und ein Schweif), sondern auch, dass sich ihre Verhaltensweisen sehr ähnlich sind.Bei Webseiten ist es nicht anders. Seit den ersten Webpräsenzen Anfang der 1990er Jahre hat sich ein fester Satz an Regelsätzen, wie eine „gute Website“ auszusehen hat in einer Art evolutionärem Prozess durchgesetzt. Die Seiten, die es richtig gemacht haben, zogen Besucher an und wurden von denen, die mehr Trafik generieren wollten, kopiert.

Farben wirken auf Menschen unterschiedlich. Wer Webseiten gestaltet, muss sich dieser Wirkungen bewusst sein. Bild: wildcard

Diese Regeln sind oft einfacher, als man es vermuten mag. So sind wichtigste Informationen und Bedienelemente generell auf der linken Seite der Website und im oberen Bereich der Website anzubringen. „Geographische“ Analysen haben ergeben, dass hier der Blick der Seitenbesucher als erstes hinwandert.

So lesen wir Webseiten

Irgendwo auch logisch: Als „Abendländler“ folgen unsere Augen generell einer „Links nach rechts“ Bewegung – ganz wie wir es von unserer Schrift gewöhnt sind. Die Leserichtung ist hierbei stehst von „oben nach unten“ – daher wandert unser Blick instinktiv in den linken oberen Bereich.

Wichtige Daten sollten daher stets links und oberhalb der Website-Mitte angebracht werden. Informationen, die am rechten unteren Rand einer Website angebracht sind, werden daher gern übersehen oder nicht beachtet.

Während in diesem Beispiel „eine Regel für alle“ gilt, gibt es auch Aspekte je nach Zielgruppe einer Website zu beachten. So neigen Männer eher dazu, Bilder zu beachten, während Frauen eher zu Textelementen tendieren.

Generell werden Bildelemente (mit Ausnahme von Bannern, die wir aufgrund ihrer Nutzung als Werbefläche fast Instinkt als „unnütze Informationen“ ausblenden) Textblöcken vorgezogen – zumindest in den ersten Sekunden des Website-Besuchs. Die durchschnittliche Website besteht aus 63% Text du 37% Grafik – trotzdem erhalten Bilder mehr als 50% der Klicks innerhalb der ersten Sekunden des Website-Besuchs. Dieser Effekt hält zwischen fünf und zehn Sekunden an – danach gewinnt der Text an Beachtung zur Last der Grafik.

Die Website: Unternehmensdomizil im Netz

Betrachtet man all diese Gesetzmäßigkeiten, fällt einem auf, dass sich hinter jeder gut designten Website ein versteckter Code befindet – ähnlich der Grammatik einer Sprache oder der Harmonielehre der Musik. Die Assoziation zwischen Farbe und Emotionen lassen sich aus der analogen Welt in die digitale übertragen.

So steht die Farbe Blau für die Attribute loyal, treu, ruhig. Farben mit einer negativen Wirkung, wie etwa helles Grün, kann bei dem Betrachter Übelkeit auslösen, da er dies beispielsweise mit Gallenflüssigkeit in Verbindung bringt.

Verstößt eine Website gegen eine solche Regel mag es uns im ersten Moment nicht auffallen, auf längere Sicht bemerkt man jedoch, dass irgendetwas nicht stimmt – sei es da die Besucher relevante Daten nicht finden oder wichtige Inhalte schlichtweg unbeachtet bleiben.

Befolgt man jedoch einige der Basis-Regeln für einen guten Seitenaufbau, lässt sich innerhalb kürzester Zeit auch die ungeordnetste Website in eine angenehm lesbare Online-Visitenkarte für ein Unternehmen umwandeln.

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