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Corporate YouTube: Social-Media-Kommunikation für Unternehmen, Teil 5

Date Posted: 29 Oktober, 2013
Bild: wildcard

Im fünften Teil der Serie Social-Media-Kommunikation für Unter­neh­men – abseits von Face­book und Twit­ter, wid­men wir uns heute der Bewegtbildplattform YouTube.

YouTube ist nicht mehr aus dem Internet wegzudenken. Alleine in Deutschland werden jeden Tag Millionen von Videos aufgerufen. Waren es früher größtenteils Jugendliche, die auf Portalen wie YouTube unterwegs waren, ist die Zielgruppe mittlerweile zu einem homogenen Querschnitt unserer Gesellschaft geworden. Allerdings zeichnet sich heute ab, dass die U20-Generation YouTube schon als vollwertigen TV-Ersatz nutzt. Denn: Bewegtbild beschränkt sich nicht mehr auf den Fernsehapparat – man konsumiert Inhalte dieser Art überall: auf dem Smartphone, dem Tablet oder dem Laptop – den primären Kommunikationsmitteln der U20-Generation.

YouTube spielt die erste Geige

In dem Konzert der Bewegtbildanbieter spielt YouTube ganz eindeutig die erste Geige. Mehr als eine Milliarde einzelner Nutzer sind auf YouTube aktiv. YouTube selbst gibt folgende Zahlen an: „Jeden Monat sehen sich Nutzer auf YouTube mehr als 6 Milliarden Stunden Videomaterial an – das entspricht einer Stunde für jede Person auf der Welt und einer Steigerung um 50 % im Vergleich zum Vorjahr“. Dabei spielt die Verbreitung der Videos über Facebook und Twitter eine marginale Rolle. Die Werbemöglichkeiten, die in dem Trend Bewegtbild liegen, haben auch die Unternehmen mittlerweile für sich erkannt. Der von wildcard produzierte EA SPORTS TV ist ein Beispiel aus Eigenproduktion.

Nahezu alle großen deutschen Unternehmen sind auf YouTube schon vertreten. Ob Siemens, Volkswagen oder Bayer – das Bewusstsein für moderne Bewegtbildkommunikation ist bei den erfolgreichsten ihrer Branche längst vorhanden. Vor allem auch als Mittel, um das bestmögliche Personal gewinnen zu können. International gelten die Kanäle von Krones oder Nike als Vorzeigekanäle.

Wie erreiche ich meine Zielgruppe?

Nike als auch Vans beweisen: YouTube ist eine hervorragende Möglichkeit, es bei der Zielgruppe menscheln zu lassen. Hier können die Geschichten hinter dem Unternehmen wortwörtlich bewegt erzählt werden. Konkret können Unternehmen vorhandene Kunden halten, indem sie sie beraten, ihnen mit Tutorials Fragen beantworten und neue Produkte vorstellen. Dabei ist das Unternehmen unabhängig vom klassischen Sendezeitpunkt oder davon, wann sich die Zielgruppe zum „einschalten“ entscheidet. Der Content auf dem Corporate-YouTube-Kanal ist immer abrufbar. Will sich ein User über ein Produkt oder die Handhabung eines Tools informieren, kann er jederzeit auf diese Informationen zurückgreifen.

Diese Mechanik führt letztlich dazu, dass sich die Unternehmen auf das neue Verhalten der User einstellen müssen. Es muss genau geschaut werden, welche Bedürfnisse die Zielgruppe hat und darauf gilt es, sich einzurichten. Die Videos setzen idealerweise auf Infotainment und dürfen in ihrer Botschaft nicht zu werblich sein. Die Inhalte müssen auf jeden Fall eine überdurchschnittliche Qualität haben. Zudem haben exklusive und vielfältige Inhalte ratsam. Zudem muss eine stetige Betreuung gewährleistet sein. Nichts ist schlimmer, als ein verwaister Corporate-YouTube-Channel.

Werden diese Punkte beachtet, eröffnet sich die Gelegenheit, ohne große Kampagne durch Viralität viel Aufmerksamkeit zu erregen. Es ist wichtig zu wissen, wie sich die anzusprechende Zielgruppe verhält und ausdrückt. Man muss eruieren welche Botschaften transportiert werden sollen und ob die gewollte Strategie auf das Produkt und zur Zielgruppe passt.

Privatpersonen machen den größten Anteil der YouTuber aus

Den Inhalt der Corporate-Videos zu bestimmen, bedeutet aus der aktuellen YouTube-Nutzerschaft zu lernen. Denn die große Zahl der „YouTuber“ besteht nach wie vor aus Privatpersonen, die ihre ganz persönlichen Videos hochladen. Dabei gibt es aber gewaltige Unterschiede in puncto Inhalt und Qualität. In erster Linie findet man viel Kurioses und Lustiges vor. Von Hunden, die Kostüme gesteckt worden sind, bis hin zu tanzenden Tankstellenkunden – die Palette ist riesig. Auf der anderen Seite gibt es die Künstler und Filmenthusiasten, die mit aufwendig produzieren Videos versuchen Aufmerksamkeit zu erlangen.

Ein neues Phänomen: Die Beauty-Vlogger

In der starken privaten Nutzung liegt auch eine große Chance für Unternehmen. Eine Gruppe von privaten YouTubern, die mittlerweile ins Visier der Unternehmen gerückt sind, sind die Beauty-Vlogger. Diese äußerst stark frequentierten Kanäle haben oft Abonnentenzahlen, die sich im sechsstelligen Bereich befinden. Die Akteure dieser Videos sind meistens junge Frauen, die Schmink- und Fashion-Tipps geben und nebenbei aus ihrem Alltag berichten.

Für Kosmetikunternehmen oder auch Kamerahersteller eine sehr verlockende Zielgruppe. Bei diesen Vloggern greifen ähnliche Mechanismen wie bei Blogger Relations.

Dass heutzutage die Zielsetzung eines Werbefilms ist, sich möglichst viral im Internet zu verbreiten, wundert daher kaum.

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