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Corporate Pinterest: Social-Media-Kommunikation für Unternehmen, Teil 6

Date Posted: 7 November, 2013
wildcard-Screenshot: Pinterest

In unserem sechsten Teil der Serie Social Media-Kommunikation für Unternehmen – abseits von Facebook und Twitter widmen wir uns heute der Bilder- und Videoplattform Pinterest.

Was genau unter Pinterest zu verstehen ist, steckt im Begriff selbst. Zusammen gesetzt aus den englischen Worten „to pin“ und „interest“ entsteht „Pinterest“, was auf Deutsch so viel bedeutet wie „Hefte an was dir gefällt“. Und genau so funktioniert Pinterest auch. Aus einer großen Auswahl an Bildern sowie Videos kann der angemeldete User seine ganz persönlichen Highlights an eine virtuelle Foto-Pinnwand – auch Board genannt – hängen. Sei es nun ein schickes Paar Schuhe, eine schöne Landschaftsaufnahme oder schlicht der erste Pack-Shot einer neuen technischen Errungenschaft – es liegt alles praktisch sortiert auf einem oder mehreren Boards und ist sowohl zuhause als auch unterwegs jederzeit abrufbar. Dabei steht die Community ähnlich vergleichbarer Portale wie Instagram, dessen Vorteile wir bereits aus unternehmerischer Sicht in unserem Blog thematisierten, stets im Mittelpunkt. Dank eines kleinen Icons kann beim Surfen sogar – entsprechende Codierung der Seite vorausgesetzt – „on the fly“ an das passende Board gepinnt werden. Somit steht Pinterest stellvertretend für die moderne Interpretation der guten alten Sammelordner. Von dieser zeigte sich vor allem die Damenwelt begeistert.Kurz nach Start der Plattform entwickelte sich Pinterest zum Social Network-Treffpunkt für Frauen – und dabei blieb es bis heute.

Pinnwand für Unternehmen auf dem Vormarsch

Seit der Gründung im März 2010 ist Pinterest zu einem Unternehmen gereift, das in der Zwischenzeit mehr Web-Traffic als Twitter, Google+ und LinkedIn zusammen produziert. Die Plattform ist mittlerweile im Alltag von weltweit mehr als 70 Millionen Menschen angekommen.  In Deutschland nutzen immerhin schon eine Million User Pinterest. Dank der erst kürzlich arrangierten Zusammenarbeit zwischen Pinterest und Twitter scheint nicht nur der Status quo, sondern auch die Zukunft der Plattform mehr als vielversprechend. Seit September 2013 gewinnt Pinterest durch ein neuartiges Konzept der Eigenfinanzierung auch für Unternehmen an Attraktivität.

Aus der Sicht des Unternehmens ist ein Firmen-Account auf Pinterest die essentielle Grundlage. Dieser ermöglicht den Zugriff auf die sogenannten „Rich Pins“. Unter diesem Oberbegriff werden vier Pins zusammengefasst: Der „Article Pin“ erlaubt das Portal seinen Geschäftskunden – wie in diesem Falle beispielsweise der Washington Post – geneigte User mit einer Überschrift, sowie einer Kurzbeschreibung des Werkes zum dazugehörigen Artikel auf die Seite zu locken. Der „Recipe Pin“ spielt im Bereich der Nahrungsmittelverwertung seine große Stärke aus. Unter dem Schnappschuss einer ansprechend drapierten Mahlzeit, kann gleich das Rezept zum Nachkochen angehängt werden. Über den „Movie Pin“ erreichen neue Filme seitens namhafter Anbieter wie Netflix die filmbegeisterte Userschaft. Der im Hinblick auf Produktplatzierung für Unternehmen interessanteste Pin ist der „Product Pin“. Über diesen Weg können Firmen Produkte auf einem bislang unbeschrittenen Weg an den Endverbraucher bringen. Hierzu ist es notwendig, Produktfotos in das System der Plattform einzuspeisen. Pinterest präsentiert interessierten Nutzern mit dem Klick auf das Produkt automatisch den Link zum Shop des Herstellers. Für jeden über Pinterest vollzogenen Einkauf fallen Provisionsgebühren für den Hersteller an. Aktuell befinden sich „Promoted Pins“, also Werbepins, die Unternehmen nach dem Facebook-Modell über Pinterest schalten können, in einer Testphase.

Bislang sind diese Verknüpfungen leider noch ausschließlich dem US-Markt vorbehalten. Ob und wann auch der europäische Markt von diesen Features profitieren kann, ist bislang noch nicht in Erfahrung zu bringen.

Wer ist schon dabei?

Das Angebot vertretener Marken und Persönlichkeiten ist für ein vergleichsweise junges Unternehmen wie Pinterest durchaus beachtlich. Repräsentativ für den US-Markt sind mit Modelabels wie Ralph Lauren, Nike und Adidas, sowie den Großkonzernen Microsoft, Samsung oder Nokia prominente „Product Pin“-User vertreten. Star-Koch Jamie Oliver nutzt beispielsweise – wie auch viele andere Food-Blogger – die „Recipe Pins“, um die Fangemeinde mit neuen Rezepten passend zum Bild zu füttern. Trotz der vergleichsweise kleinen Firmenhistorie der Plattform, sind die Pinnwände großer Unternehmen bereits prall gefüllt und anders als auf Facebook, Instagram oder Twitter aufgeräumt und themenbezogen sortiert. Aus dem deutschen Markt etablierten sich bislang vor allem Firmen aus der Bücher- sowie Hotelbranche wie Audible und HRS. Doch auch deutsche Unternehmen aus anderen Marktbereichen können von den gebotenen visuellen Präsentationsmöglichkeiten  profitieren.

Pinterest bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Produkte sowie das eigene Unternehmen einer aufstrebenden Community zu präsentieren. Zeitgleich stellt das Konzept der Rich Pins sicher, dass der Endverbraucher sowohl spontan als auch auf lange Sicht gebunden werden kann. Firmen, die im Speziellen einen weiblichen Kundenkreis bedienen möchten, finden aufgrund der hohen weiblichen Nutzerrate auf Pinterest den direkten Weg zur Zielgruppe.

Pinterest ist eine geeignete Plattform für Firmen, deren Produkte besonders über optische Reize präsentiert werden sollen. Den avisierten Endverbraucher stets im Blick, können vor allem Schmuckhersteller, Modelabels, Dekorateure, aber auch Firmen aus vermeintlichen Männerdomänen wie der Automobilbranche die Vorzüge von Pinterest erkennen und für die Vermittlung aktueller Trends nutzen. Zielgerichtete Marketingstrategien, oder auch individuell für die Ansprüche der weiblichen Kunden an das eigene Produkt angefertigte Werbefilme wären Möglichkeiten, Pinterest als stark visuell ausgerichtetes Portal markenwirksam einzusetzen.

Bildrechte beachten

Abschließend bleibt die Frage, wie es auf der rechtlichen Seite um den hochgeladenen Content bestellt ist. Laut deutschem Recht ist jedes Bild ungeachtet des Inhalts urheberrechtlich geschützt. Wer nun also Bilder anderer Nutzer auf Pinterest teilt oder anderweitig weiterverwendet, verstößt rein faktisch gesehen gegen das Urheberrecht des jeweiligen Besitzers. Die Rechtsprechung sichert Pinterest insofern ab, als dass Bilder von der Seite erst verschwinden müssen, wenn die Administratoren auf deren Rechtswidrigkeit hingewiesen werden. Aus der Sicht des Unternehmens sind die Fakten der Grauzone somit überraschend klar: Die Urheberrechte bleiben beim Unternehmen und rechtswidrige Aktivitäten können über die Kontaktaufnahme mit Pinterest unterbunden werden. Jedoch sollte man sich als Unternehmen jederzeit im Klaren darüber sein, dass durch geteilte und verbreitete Fotos die Community werbewirksam für das eigene Produkt tätig ist.

Teil 1: Cor­po­rate Foursquare: Social-Media-Kommunikation für Unternehmen

Teil 2: Cor­po­rate Google Plus: Social-Media-Kommunikation für Unternehmen

Teil 3: Cor­po­rate tum­blr: Social-Media-Kommunikation für Unternehmen

Teil 4: Corporate Instagram: Social-Media-Kommunikation für Unternehmen 

Teil 5: Corporate YouTube: Social-Media-Kommunikation für Unternehmen

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