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Corporate Instagram: Social-Media-Kommunikation für Unternehmen, Teil 4

Date Posted: 22 Oktober, 2013
Bild: wildcard

In unse­rem vierten Teil der Serie Social-Media-Kommunikation für Unternehmen – abseits von Face­book und Twitter widmen wir uns dem zu Facebook gehörenden Video- und Bilder-Netzwerk Instagram.

Lange Zeit war Instagram eine rein mobile und eine hauptsächlich von Privatpersonengenutzte Plattform. iPhone-User fotografierten ihre Hunde, ihr Essen oder andere Alltagsgegenstände, um sie mit einem der vielen optischen Filter der Smartphone- und Tablet-App zu bearbeiten. In der Regel landeten diese kleinen Kunstwerke dann auf Facebook. Das blieb auch Mark Zuckerberg nicht verborgen. Im April 2012 kaufte Facebook Instagram für eine Milliarde Dollar. Ein weiteres Märchen aus Silicon Valley – und eine Rekordsumme. Auch, wenn dieser Summe  die neusten Nutzerzahlen entgegengestellt werden: 150 Millionen Menschen teilen Bilder per Instagram mit ihren Freunden. Doch die größte Community nutzt aus unternehmerischer Sicht nichts, wenn sie nicht monetarisiert werden kann. Das soll sich nun ändern: Am 4. Oktober kündigte Instagram ein Werbemodell an. Nutzer sollen zukünftig gelegentlich Werbeeinblendungen zusehen bekommen. Dass Instagram dabei sehr behutsam vorgehen möchte, ist dem Nutzerverhalten geschuldet. Es ist aber ein klares Zeichen an Unternehmen: Instagram soll kommerzieller werden.

Dieses gilt es auch zu beachten, soll Instagram für die Social-Media-Strategie eines Unternehmens genutzt werden. Noch immer ist Instagram ein sehr von privaten Bildern geprägtes Netzwerk. Allerdings sind die sogenannten Vanity-URLs ein Anfang, um Instagram auch vom Browser aus bedienen zu können und somit unternehmensfreundlicher zu gestalten. Um Bilder hochzuladen, wird noch immer zwingend die iOS- oder Android-App benötigt. Die Profile können aber auch stationär abgerufen werden. Zudem können User über den Browser anderen Usern folgen und Bilder kommentieren.

Instagram: Visuelle Kommunikation

Schon im November 2012 fand simplymeasured.com heraus, dass mehr als die Hälfte aller Top-Unternehmen auf Instagram aktiv sind. In der Mehrzahl sind es Unternehmen, deren Produkte ohnehin sehr bildstark sind. So verwundert es nicht, dass die Auftritte von Nike oder Audi als Vorzeige-Accounts gelten. Nike folgen auf Instagram mehr als 2,5 Millionen Menschen. Der Sportartikelhersteller inszeniert regelmäßig neue Produkte in Form von diversen gesponsorten Athleten. Dieses Beispiel ist ein hervorragendes Lehrstück: Sämtliche durch Nike gepostete Bilder motivieren die Fans und potenziellen Käufer, Nike-Produkte für neue Höchstleistungen einzusetzen.

Worin liegt nun aber der Nutzen für ein Unternehmen, Instagram neben Netzwerken wie Facebook einzusetzen? Das Zauberwort heißt Mobilität. Die mobile Nutzung sozialer Netzwerke boomt. Instagram ist und bleibt trotz der Vanity-URLs eine mobile und vor allem sehr unkomplizierte Plattform. Eine weitere wichtige Funktion ist die Video-Funktion von Instagram. Diese orientiert sich stark ab Twitters Vine.

Zudem eignet sie sich bestens als visuelles Basislager – auf Instagram eingestellte Bilder können problemlos in anderen Netzwerken eingesetzt werden.

Zudem eignet sie sich hervorragend als Verteilerstation. Auf Instagram eingestellte Bilder können problemlos in anderen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Tumblr eingesetzt werden. Hingegen ist Flickr aus meiner Sicht besser geeignet als externes visuelles Basislager für visuelle Corporate-Identität.

Übrigens ist es auch möglich und wünschenswert, dass Unternehmen ihre Bilder teilen lassen. Daher gilt es darauf zu achten, dass die Bilder nicht zu werblich wirken und eine Botschaft besitzen, die in die Lebenswelten der Zielgruppe passen. Die gewählte Bildsprache sollte immer authentisch sein – Werbeplakate sind kein idealer Instagram-Content.

Instagram: Aktive Kommunikation

Aber auch aktive Aufrufe lassen sich auf Instagram unkompliziert starten. Dank der in der App integrierten Filter bieten sich Aktionen, die dazu anregen, Produkte zu Kunstwerken umzuwandeln, an. Das gilt für den Bild und den Videobereich: CNN rief Nutzer dazu auf, über ein gemeinsames Hashtag Videos vom Sommeranfang auf Instagram hochzuladen, die dann später im Programm gezeigt wurden. Ein weiteres Beispiel ist der Instagram-Film zum neuen Lexus IS, der mit Bildern von 200 Instagrammern in einem kalifornischen Stadion aufgenommen wurde.

Obacht: Die Klärung der Bildrechte ist dabei noch immer etwas undurchsichtig. Zwar betont Instagram nach Revidierung der eigenen AGBs, man wolle User-Bilder nicht kommerziell nutzen, doch da Instagram eine Facebook-Tochter ist – und sich Facebook diese kommerzielle Nutzung vorbehält, gilt es zu beachten. In den AGBs von Facebook unter Punkt 2, Absatz 1 nachzulesen.

Serien-Archiv

Teil 1: Cor­po­rate Foursquare: Social-Media-Kommunikation für Unternehmen

Teil 2: Cor­po­rate Google Plus: Social-Media-Kommunikation für Unternehmen

Teil 3: Corporate tumblr: Social-Media-Kommunikation für Unternehmen

 

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