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Corporate Foursquare: Social-Media-Kommunikation für Unternehmen

Date Posted: 30 September, 2013

 

Bild: wildcard

Social-Media-Kommunikation? Aber ja doch! Die Fragen nach Sinnhaftigkeit und Nutzen gelten im Jahr 2013 für viele Unternehmen als beantwortet. Das ist gut, richtig und wichtig. Gäbe es da nicht ein Problem: Social Media ist oftmals gleichbedeutend mit und beschränkt auf Facebook und Twitter. Für viele auch selbst ernannte Social-Media-Berater endet dort bereits der Horizont der sozialen Netzwerke und Communitys. Dabei gibt es in diesem enorm dynamischen Umfeld noch sehr viel mehr Plattformen und Dienste, die auch und gerade für Unternehmen interessant sind. Diese Netzwerke und deren Nutzen für Firmen möchten wir gern vorstellen. Daher starten wir heute unsere Serie „Social Media-Kommunikation für Unternehmen – abseits von Facebook und Twitter“.  In dieser Reihe möchten wir jede Woche ein Netzwerk vorstellen, das bislang noch nicht im Rampenlicht und Interesse der Öffentlichkeit steht. Den Anfang macht Foursquare.

Mobiles Marketing mit Foursquare

Mit über 40 Millionen Nutzern ist der Dienst Foursquare Marktführer im Bereich der „geo-sozialen Netzwerke“. Eine BITKOM-Studie vom 23. August 2013 kommt zum Schluss: Jeder dritte Smartphone-User teilt seinen Standort mittlerweile öffentlich mit. Die Betreiber der 2009 gegründeten Plattform sind mit diesen Zahlen noch nicht zufrieden. Andere offenbar schon. Denn Foursquare gilt offenbar als so interessant, dass auch Microsoft darüber nachdenkt, hier zu investieren. Auch Unternehmen können von einer Nutzung von Foursquare profitieren. Wie, das verraten wir in diesem Blogbeitrag.

Zunächst einmal – wie funktioniert Foursquare? Das Prinzip ist einfach: Der User besucht einen sogenannten „Ort“. Dabei kann es sich um eine Bar, ein Museum, eine Sehenswürdigkeit oder auch einen lokalen Flagship-Store einer großen Marke handeln. Über Foursquare hält er fest, dass er sich dort gerade aufhält. Einzige Voraussetzungen sind ein mobiles Endgerät mit GPS-Modul und ein Foursquare-Profil. Die berechtigte Frage: Warum machen User das?

Was bringt Foursquare?

Der Beweggrund ist derselbe wie bei Facebook – Menschen möchten ihre Erfahrungen mit anderen Menschen teilen. Durch die direkte Facebook-Anbindung von Foursquare können Freunde sehen, wo sich der User befindet. Wer Facebook schon nutzt, der kennt die dortige „Ort“-Funktion. Auch die kann für alle Freunde sichtbar machen, wo sich der User befindet. Allerdings kann Foursquare deutlich mehr – und genau von diesen Fähigkeiten kann ein Unternehmen profitieren. Beispielsweise nutzt die Deutsche Bahn Foursquare schon intensiv. So werden hier schon seit Längerem aktuelle Informationen zu den jeweiligen Bahnhöfen per Foursquare an die Nutzer weitergegeben. Ein Beispiel findet sich hier. Die Deutsche Bahn erhöht durch Foursquare die Servicequalität und somit auch die Kundenzufriedenheit. Der Kunde wird nicht mit unnützen Informationen überhäuft, sondern erhält nur Informationen zu dem Bahnhof, an dem er sich gerade aufhält.

Foursquare erhöht die Markenbekanntheit

Wie? User, die per Foursquare in einer Location einchecken, haben die Möglichkeit diesen Ort auf einer Skala von 0 bis 10 zu bewerten. Vor allem, wenn die große Stärke des stationären Handels – der Service – stimmt, hat der lokale Shop sehr gute Chancen, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Denn Foursquare kann als Einkaufsführer genutzt werden. Anwender, die in Innenstädten einkaufen wollen, können sich per Foursquare die für ihre Zwecke am besten bewerteten Läden anzeigen lassen. Dass diese Bewertungen so glaubhaft sind, liegt mit der Mechanik zusammen, die eine recht hohe Aktivität der Foursquare-Nutzer garantiert.

Foursquare festigt die Kundenbindung

Denn: Für jeden Check-In bekommt der Nutzer Punkte in seinem Profil gutgeschrieben. Bonuspunkte gibt es für den wiederholten Besuch eines Ortes oder dafür, als Erster im Foursquare-Freundeskreis dort einzuchecken. Zusätzlich werden durch regelmäßiges Einchecken sogenannte „Badges“, freigeschaltet. Checkt der User zum Beispiel zeitgleich mehr als 50 anderen Usern in derselben Location ein, bekommt er das kleine, runde „Schwarm“-Abzeichen für sein Profil. Jeder Besucher des Profils kann anhand dieser Badges fortan des Users Aktivitätserfolge bewundern. Foursquare ist somit auch ein Musterbeispiel für das immer populärer werdende Gamification-Konzept. Hier werden Regeln und Abläufe aus dem Spielbereich (Belohnungen, Abzeichen, Wettbewerb mit anderen Nutzern) in einen Dienst implementiert, der ansonsten keine Berührungspunkte oder Ähnlichkeiten mit einem Spiel hat. Schafft es ein Unternehmen zum Beispiel, ein besonders attraktives Abzeichen mit Seltenheitswert zu kreieren, werden Foursquare-Nutzer versuchen, dieses zu erlangen, um sich damit im Vergleich zu anderen Nutzern profilieren zu können. Somit führt kein Weg um das Unternehmen vorbei, der User wird sich automatisch mit dem Unternehmen beschäftigen und somit auch an eine Marke gebunden. Selbst wenn er sich nicht mit den Produkten des Unternehmens identifizieren kann bzw. diese an ihm als Teil einer Zielgruppe vorbei gehen, so hat er über Foursquare ein Interesse an diesem Unternehmen.

Bild: wildcard

Foursquare ist der ideale Dienst, um treue Kunden zu belohnen

Was für viele Nutzer, aber auch für viele Unternehmen, jedoch viel interessanter ist, ist die sogenannte „Mayor“-Funktion. Foursquare hält jeden Check-In fest und zeichnet den Spitzenreiter als „Mayor“ („Bürgermeister“) des jeweiligen Ortes aus. Der Mayor wird nicht nur prominent auf der Location-Seite angezeigt – oft wird er auch für regelmäßige Besuche belohnt. Beispielsweise könnten lokale Shops großer Mobilfunkkonzere besonders häufig vorbeischauenden Nutzern Rabatte auf Mobilfunktarife geben. Oder es ließen sich etwa Check-In-Punkte in Freiminuten umrechnen.

Es wäre aber ein Trugschluss zu glauben, Foursquare könne rein passiv betrieben werden. Auch hier sollte die Unternehmensseite gepflegt werden. Es sollten in Kooperation mit den Foursquare-Betreibern Updates oder Gewinnspiele und Specials angestrebt werden. Zudem sollte Foursquare auch einen prominenten Platz auf der Unternehmensseite oder im Unternehmens-Blog haben. Eine Kommunikations-Agentur mit fundiertem Social-Media-Kenntnissen, die über das Bespielen von Facebook und Twitter hinaus gehen, kann für Unternehmen Foursquare als wichtiges, weiteres Social-Media-Tool etablieren.

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