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Corporate Blogs – verkannt und unterschätzt

Date Posted: 2 Oktober, 2013

 

Bild: wildcard

Corporate Blogs werden gern und oft unterschätzt. Eine Großzahl von Unternehmen sah und sieht in den Blogs lediglich ein weiteres Kommunikationstool, um Pressemitteilungen zu streuen und neue Produkte vorzustellen. Diese Vorgehensweise hat wiederum in Usern den Anschein erweckt, Corporate Blogs seien nur ein weiteres Rädchen in der Werbemaschinerie. Doch diese Situation scheint sich mehr und mehr zu wandeln. Unternehmen sehen in den Blogs immer mehr die Möglichkeit, das Vertrauen der User zu gewinnen, um so ihre Glaubwürdigkeit zu steigern. Neu ist das Thema aber nicht. Dass Corporate Blogs im Gegensatz zu Facebook und Co. echte „Allrounder“ sind, ist schon in der Vergangenheit erkannt worden.

Wandel in der Wahrnehmung

Doch zurück in die Gegenwart. Auf dem weiten Feld der Unternehmenskommunikation wird die Funktion der Corporate Blogs immer wichtiger. Zwar legen die Firmen immer noch mehr Wert auf Social-Media-Maßnahmen, doch ein  Trend in Richtung der firmeneigener Blogs ist zu erkennen.

Das sich langsam wandelnde Image der Corporate Blogs kommt nicht von ungefähr. Sie bieten einige wichtige Vorteile.  Im Gegensatz zu den Social-Network-Plattformen, unterliegt  man beim eigenen Blog keinen fremden Geschäftsbedingungen. Vorgaben wie bei den Networks gibt es nicht. Unternehmen können ihr eigenes Corporate Design in den Vordergrund stellen, sind nicht an ein bestimmtes Layout gebunden und nicht auf eine vorgegebene Community beschränkt.  Das sind nur einige Vorteile, die Corporate Blogs bieten. Man sollte aber nicht auf soziale Netzwerke verzichten, da sie sehr wichtige Traffic-Bringer für einen Blog sein können. Eine Kombination aus Corporate Blogs und Social-Media-Kanälen ist empfehlenswert. Auf dem Blog können die verschiedenen Plattformen wie Facebook, Twitter, Google+, Foursquare oder auch Instagram problemlos eingebunden werden.

Doch wie werden Corporate Blogs eigentlich von den Usern wahrgenommen? Die Kommunikationsstudentin Anne Frank hat sich in Ihrer empirischen Arbeit diesem Thema angenommen und eine Befragung unter 140 Experten aus der Kommunikationsbranche durchgeführt. Sie wollte so feststellen, wie glaubwürdig die Blogs dem User erscheinen. Um ein genaueres Ergebnis zu erhalten, unterteilte sie den Begriff Glaubwürdigkeit in folgende sechs Dimensionen: Kompetenz, Vertrauenswürdigkeit, Dynamik, Ähnlichkeit, soziale Billigung und Sympathie. Die gewonnenen Erkenntnisse bestätigen alte Mutmaßungen und  liefern neue Informationen. Interaktive Blogs punkten zum Beispiel bei Sympathie, Kompetenz und sozialer Billigung. Produkt Blogs verlieren in der Dimension der sozialen Billigung gegen die Service Blogs, gewinnen aber bei der Ähnlichkeit. Was nicht so sehr verwundert ist, dass Blogs die von CEOs verfasst werden, nicht so vertrauenswürdig erscheinen wie die, die von den Mitarbeitern geschrieben werden – obwohl es mit dem Blog der Hotelgruppe Marriott einen sehr erfolgreiches Beispiel gibt, die von einem CEO betreut werden.

Der Hebel an der richtigen Stelle

Wenn man also die Hebel an der richtigen Stelle ansetzt und ein entsprechendes Konzept erstellt, kann ein Corporate Blog zu einem entscheidenden Kommunikationswerkzeug werden. Nur muss dieses Tool gepflegt werden – man braucht ein Konzept und Autoren, die die Firmenphilosophie voll und ganz in sich aufgenommen haben.

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