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Corporate Blog-Studie 2014: Verschenktes Potenzial

Date Posted: 14 Februar, 2014
© z_amir – Fotolia.com

Unternehmenskommunikation will gerade heutzutage gelernt sein, ist sie doch ein sensibles und in der Art und Weise sehr breit gefächertes Unterfangen. Bedenkt man, wie schnelllebig und direkt soziale Netzwerke sind kann ein Fehltritt umgehend als viraler Negativ-Hit über Facebook oder Twitter im Internet seine Kreise ziehen. Aufgrund der Fülle an Social-Media-Plattformen und ständig neuer Trends ist es aber auch oftmals schwierig, die richtigen Strömungen zeitnah zu erkennen und diese zum eigenen Vorteil zu nutzen. Wie praktisch es doch wäre, hätte man eine von Trends unabhängige Plattform, welche als Basis für die weiterführende Kommunikation fungieren würde. Gibt es nicht? Falsch! Die Antwort lautet Corporate Blog. Bereits 2012 bloggten wir über die Vorteile und Chancen der Etablierung und Einbindung eines Blogs in die Außenkommunikation eines Unternehmens. Innerhalb der Zeitspanne von zwei Jahren zeigte sich, dass nicht nur mittelständische Unternehmen, sondern auch DAX-Konzerne die Notwendigkeit eines Corporate-Blogs erkannt haben. Nach einer aktuellen Studie zum Thema Corporate Blogs wird aber leider klar, dass Corporate Blogs in der Kommunikationsstrategie meist erst im Plan B oder C Beachtung finden.

Potenzial richtig nutzen

In punkto Außenwirkung ist der Corporate Blog der elementarste Baustein aller Kommunikationsmittel eines Unternehmens. Hier finden die Inszenierung sowie die Präsentation aller Facetten statt, die ein Unternehmen zu bieten hat. Es gilt die Chance zu nutzen, aktuelle Trends zu erkennen, zu behandeln und so unterschiedlichen Zielgruppen ein breitgefächertes Themenangebot um das eigene Fachgebiet herum zu präsentieren. Wichtig dabei ist, den Lesern einen Einblick in das Unternehmen zu gewähren. Um das eigene Leitbild an den Endkunden zu transportieren, ist Authentizität das Schlüsselwort. In unseren fünf Tipps für den gelungenen Unternehmensauftritt verrieten wir im November vergangenen Jahres auf unserem Blog, welche Grundelemente zu beachten sind. Grundsätzlich sollte der Unternehmensblog nicht nur tagesaktuell über Vorgänge innerhalb des Unternehmens berichten, sondern auch durch den bewussten Umgang mit der eigenen Expertise im Hinblick auf andere Themengebiete die Community zu Diskussionen anregen. Sind interessante Beiträge verfasst, kommen die Social-Media-Kanäle zur Verbreitung der Inhalte ins Spiel.

Versäumnisse und Zukunftschancen

Einer aktuellen Studie des von mir hoch geschätzten Jochen Mai von karrierebibel.de zufolge, in der die Blogs der Dax-30-Firmen untersucht wurden, wird die mit dem Unternehmensblog verbundene Kommunikationsstärke nicht ausreichend oder gar nicht genutzt. Nicht nur, dass das Medium nur unregelmäßig mit neuen Inhalten versorgt wird, so tendiert auch die Interaktion im Kommentarfeld der meisten Unternehmen gegen Null. Der Grund dafür ist schnell auszumachen: Blog-Inhalte sollen Diskussionen befeuern und Meinungen einfordern. Geschieht dies nicht, erzielt der Blog auch keinerlei Resonanz bei seinen Lesern. Sollen diese Inhalte über die darunter eingebetteten Social-Media-Buttons geteilt werden, entsprechen diese gerade einmal bei fünf der insgesamt dreißig Unternehmen aktuellen deutschen Datenschutz-Standards. Insgesamt seien die Inhalte des Blogs zu vorhersehbar und aus  Respekt vor dem ungefilterten und manchmal sehr direkten Feedbacks der Internetgemeinde zu langweilig und brav. Spitzenwerte erreichen die meisten Unternehmensblogs lediglich dann, wenn Gastautoren einen Beitrag beisteuern. Der Leser merkt schlicht und ergreifend, dass der Verfasser dieses Textes nicht nur mit dem Thema Blogging vertraut ist, sondern auch mit der Internetgemeinde auf einer Wellenlänge liegt und deren Feinheiten kennt. Das Ergebnis der Studie drückt allerdings klar aus, welche Themenbereiche bei den Lesern gefragt sind. Interaktionsmöglichkeiten, eine zuverlässige Artikelfrequenz, sowie ein transparentes Autorenteam, deren Inhalte eine imaginäre Brücke zwischen Unternehmen und Leser aufbauen, sind nur einige Anhaltspunkte für einen erfolgreichen Unternehmensblog.

Die Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden funktioniert ausschließlich auf Augenhöhe. Dabei gibt der Leser/Kunde den Takt an. Wenn ein bestimmter Themenbereich besonders gut angenommen wird, sollten Unternehmen in der Lage sein, ihre Blogausrichtung langfristig auf die Bedürfnisse der Zielgruppe anzupassen. Im Einzelfall ist sogar ein Neustart des Blogs mit neuen Formaten und Ideen in Erwägung zu ziehen, um das Unternehmen in der Blogosphäre wieder neu zu positionieren und zu etablieren. Wichtig ist es allerdings in jedem Fall, aus den Versäumnissen zu lernen und aufgrund der Fakten überlegt mit den richtigen Schritten in die richtige Richtung zu gehen. Mit genügend Kreativität und Verständnis für das Medium Blog und seine Vorteile kann ein verpasster Start dennoch zu einem guten Endergebnis führen.

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