News & views

CES 2016: Vielversprechende Start-ups in der ‚Eureka‘-Halle

Date Posted: 12 Januar, 2016

Nach einigen weiteren Terminen in den Haupthallen des Convention Centers stellt sich Björn in die Reihe der Tech Route 11. Alle zehn Minuten fährt ein Bus direkt von der Central Hall zum Sands Hotel mitten in die Stadt – zur Eureka, der CES-Convention für Start-ups.

Warum Eureka? Eureka ist das englische Wort für den berühmten Ausruf „Heureka“. Und das wiederum stammt aus dem Griechischen und bedeutet: „Ich habe es gefunden!“ Wie passend – denn so manches Start-up kann das tatsächlich von sich behaupten.

CES 2016_Aufmacher

Eureka: Chancengleichheit für Start-ups auf der CES 2016

Die Idee der Eureka-Halle ist so fair wie clever. Im Bombast der Haupthallen würden die meisten Hersteller, deren Standgröße in der Regel nicht jene eines durchschnittlichen Marktstandes überschreitet, hoffnungslos untergehen.

Der Charme der Start-up-CES im Sands Hotel erinnert an frühe IT-Märkte. Stand an Stand werden innovative und verrückte Ideen präsentiert. Beim Streifzug durch die Halle entdecke ich dann auch ein Unternehmen, das die Bezeichnung Start-up eigentlich schon hinter sich gelassen hat: Bragi aus München. Schon Anfang 2014 bloggte ich über Bragis neues Produkt The Dash. Damals war Bragi noch der Crowdfunding-König – heute konnte ich The Dash tatsächlich ausprobieren. Morgen könnte ich ihn kaufen. Für 299 Euro.

The Dash von Bragi: Der multifunktionale Kopfhörer

The Dash besteht aus zwei kleinen, kabellosen Kopfhörern, die ich mir jeweils direkt in den Gehörgang stecke. Eine gummierte Hülle in verschiedenen Größen sorgt für optimalen Sitz. Ich klopfe mit dem Finger kurz auf den rechten Kopfhörer und The Dash ist einsatzbereit. Die Synchronisierung beider Einheiten funktioniert per Near Field Magnetic Induction (NFMI). Dass diese Technik in Hörgeräten zum Einsatz kommt, glaube ich auf Anhieb. The Dash optimiert das, was ich um mich herum höre – die Stimme der Präsentatorin ist lauter und klarer, die Hintergrundgeräusche werden minimiert. Für die Präsentation verwendet Bragi ein Smartphone und überträgt per Bluetooth Musik auf The Dash. Ich klopfe wieder auf die rechte Einheit und wechsle zum nächsten Song. Streiche ich über die linke Einheit, ändere ich die Lautstärke. Ich kann aber auch auf Streaming verzichten und die Musik direkt auf The Dash spielen. Vier Gigabyte interner Speicher stehen zur Verfügung. Doch The Dash ist deutlich mehr als nur ein Kopfhörer. Etliche Sensoren überwachen meinen Puls und meine Körpertemperatur. Der Clou: The Dash ist wasserdicht. Zum ersten Mal Musik hören, während ich Bahnen schwimme? Ich freue mich darauf.

CES 2016_The Dash

DietSensor analysiert mein Essen

Dass die richtige Schwimmbad-Figur dabei gewährleistet wird, dafür will der DietSensor sorgen. Ich habe davon gehört – der DietSensor ist für den Innovation Award nominiert worden. Also habe ich ihn gesucht – und Heureka! Der Sensor hat die Größe eines Feuerzeuges und sendet seine Daten an eine Smartphone-App. Ich kann also jedes Lebensmittel damit scannen und weiß sofort, ob mein Bauchumfang damit noch glücklich ist? Ganz so leicht ist es dann doch nicht. Die verwendete Nahinfrarotspektroskopie empfängt das Licht des Lebensmittels und kann so eine molekulare Zusammensetzung erkennen. Nun muss der User nur noch die Menge eingeben und erhält Auskunft über die Nährstoffzusammensetzung und die Kalorienanzahl. Das funktioniert bei „gleichförmigen“ Lebensmitteln wie Toast oder Apfelmus – nicht aber bei komplexeren wie einem Burger.

CES 2016_DietSensor

Spielend in den Meetings sitzen? Die Klaxoon-Box macht’s möglich

Wenige Gänge weiter finde ich erneut ein Produkt, das hochinteressant aussieht: die Klaxoon-Box. Das Gerät wirkt von weitem wie ein Controller für Beat’em-Up-Games – doch weit gefehlt: Es handelt sich um einen lokalen Connector, der bis zu 40 Teilnehmer eines Meetings produktiv einbinden soll. Dass die Box diese lustigen Punkte besitzt, kommt nicht von ungefähr: Gamification-Ansätze und die Möglichkeit, Ideen bei einem Brainstorming oder Poll in Konferenzen in Echtzeit auf einem zentralen Bildschirm zu teilen, sollen das Engagement und die Aufmerksamkeit der Teilnehmer deutlich steigern.

CES 2016_Klaxoon

Stackable Speaker: Für jede Situation das passende Soundsystem

In Gang fünf zeigen sich viele Audio-Start-ups. Darunter auch aiFi aus Schweden. Am Stand erwartet mich Pressesprecher Victor Isaksen. Er will mir den Stackable Speaker zeigen. Im Grunde produziert aiFi einen hochwertigen Lautsprecher von der Größe eines Backsteins. Der Clou folgt jetzt: Legt man einen weiteren Lautsprecher auf den ersten, verbindet sich dieser im Handumdrehen per Bluetooth mit dem ersten Lautsprecher und verdoppelt so die Musikleistung. Ebenso funktioniert das Prinzip mit einem dritten und vierten Lautsprecher. So lassen sich ganze Soundsysteme aufbauen, die auch für Outdoor-Partys geeignet sind.

CES 2016_StackableBox

Share this
arrow_upward