News & views

CES 2016: Gestensteuerung in der Automobilindustrie

Date Posted: 7 Januar, 2016

wildcard ist auf der CES 2016, um sich einen Eindruck über die aktuellsten Trends des Jahres zu verschaffen. 

———————–

Die Überschrift des heutigen Blogartikels ist wörtlich zu nehmen: Die Zeiten, in denen PS-Zahl und Hubraum die Unterschiede machten, sind vorüber. Auf der CES 2016 präsentieren sich die Neuheiten aus dem Automobil-Bereich als „Smartphones auf vier Rädern“. Das bedeutet, die neuen Autos können verflixt viel. Sie verlangen ihren Fahrern aber auch entsprechend viel technisches Know-how ab. Darauf reagieren alle Hersteller mit vereinfachten Bedienkonzepten – und die setzen mehrheitlich auf Gestensteuerung.

CES 2016, Tag 3: Die großen Gesten der Automobilindustrie

Wer im Las Vegas Convention Center den Eingang zur Central Hall nimmt und links abbiegt, landet in der North Hall. Schon nach wenigen Schritten fühlt sich der CES-Besucher wie auf der IAA der Zukunft. Alle Vertreter der Automobilindustrie wollen hier mit modernen und innovativen Standkonzepten die Herzen der CES-Technikfreunde erobern. Die Größe und Anzahl der Stände sind im Vergleich zu 2015 nochmal gewachsen. Und das trotz der vom 11. bis zum 24. Januar stattfindenden Super-Automesse North American International Autoshow in Detroit. Bei all der Technisierung muss sich die Auto-Branche allerdings auch dem Entwicklungstempo der Technik-Branche anpassen und dabei die Herausforderung meistern, die Zielgruppen nicht mit zu viel Technik zu überfordern.

CES2016_Tag drei_Menge

Von Bulli zu Budd-e: Volkswagen präsentiert das Konzeptfahrzeug 

Volkswagen stellt die Lösung in Form seines Konzeptfahrzeugs Budd-e vor. Der Name erinnert nicht grundlos an den Klassiker „Bulli“ – auch wenn das Exterieur des Fahrzeugs optisch nichts mit dem Ur-Ahnen gemein hat. Noch größer wird der Unterschied, wirft man einen Blick ins Innere: Der Fahrerbereich ist komplett digitalisiert. Klassische Autofahrer werden ohne Anleitung Probleme haben, den Wagen zu starten. Erst, wer die sinnvolle Kombination von Gesten-, Touch- und Sprachsteuerung nutzt, wird sich mit dem Budd-e wirklich anfreunden können. Was VWs Konzeptfahrzeug alles einmal können soll, wenn es denn in Serie geht, hat Jan Gleitsmann auf Mobilegeeks in einem umfassenden Artikel analysiert.

CES2016_VW_Budd-e

 

Die Zukunft heute: BMWs i Vision Future Interaction Concept Car

Praktischer und weniger theoretisch geht es da bei BMW zu. BMW zeigt die CES-Innovationen in einem schneeweißen Zelt gegenüber der South Hall. Das Highlight wurde im Rahmen einer offiziellen Pressekonferenz am 5. Januar veröffentlicht: das BMW i Vision Future Interaction Concept Car. De facto zeigt sich das Fahrzeug in Form eines i8 Spyder.

CES2016_Tag drei_BMW-Zelt

Der Screen ohne Touch: BMW AirTouch lässt sich berührungslos bedienen

Wer im Fahrzeug sitzt, fühlt sich in die Zukunft katapultiert. Das Auffälligste ist ein fast 40 Zentimeter breites Panorama Display, das sich nahezu über die gesamte Beifahrerseite erstreckt. Es handelt sich um ein Touchscreen Display, das die komplexen Menüs des Fahrzeugs vereinfacht und dem Fahrer anhand seiner Vorlieben nahe liegende Funktionen vorschlägt. Der Clou: Um den Touchscreen bedienen zu können, muss er nicht berührt werden. Ein Sensor erkennt die Hand des Fahrers in der Luft und ermöglicht so die Bedienung. BMW nennt das AirTouch. Gamer fühlen sich an Kinect von Microsoft erinnert. BMWs AirTouch arbeitet bereits so genau, wie es Xbox One-Spieler gerne hätten.

CES2016_Tag drei_BMW_Spyder

Spieglein, Spieglein… Das Auto, der persönliche Assistent

Damit nicht genug: Dass das Auto in der Zukunft nicht nur Auto sein wird, zeigt sich nirgendwo so deutlich, wie bei BMWs „Mobility Cloud“. Sie ist Teil von BMWs Vision des Internet of Things. Diese Vision sieht vor, dass das Auto dem Menschen den Tagesablauf vereinfacht. In der Mobility Cloud wird alles an Informationen gesammelt, was über den Fahrer und seine Gewohnheiten bekannt ist. Ein Meeting um 10 Uhr steht an? Das Auto berechnet selbstständig vor der Abfahrt die Route, kalkuliert Zeiten für die Parkplatzsuche ein oder informiert andere Teilnehmer des anstehenden Termins, falls sich sein Fahrer verspätet. Visualisiert wird das alles im Connected Mirror, der mal in jedem Haus eines BMW-Fahrers hängen soll.

So richtig futuristisch gibt sich der neue Player der Messe: Faraday Future. Die Kalifornier präsentierten ebenfalls ein Konzeptfahrzeug: das FFZero1. 1000 PS, voll elektrisch, von 0 auf 100 in drei Sekunden. Batman hätte an diesem Auto seinen Spaß. Wenn es denn mal wirklich gebaut werden sollte.

CES2016_Faraday

 

Auf eine Sache wartet man in Las Vegas übrigens immer noch: Die offizielle Bestätigung, dass Ford mit Google kooperiert. Ein Dementi gab es allerdings auch noch nicht. Es bleibt spannend.

Share this
arrow_upward