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CES 2015 – Qualitätsoptimierung

Date Posted: 9 Januar, 2015
© BMW
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In Las Vegas fand vom 6.-9. Januar die alljährliche CES, die Consumer Electronics Show, statt. Die größten Hersteller der Welt zeigen ihre Strategie für die nächsten Jahre. Kleinere Hersteller suchen nach Investoren. Die CES zeigt jedes Jahr wichtige Trends, mögliche Entwicklungen und verrückte Ideen. Die elektronischen Konsumartikeln sind auf die Verwendung durch den Endkonsumenten ausgelegt. In diesem Jahr erscheint mir die CES ein wenig abgeflacht. Die Aussteller beweisen wenig Mut für neue Trends und konzentrieren sich auf die Optimierung vergangener Innovationen. Ebenso fehlt die lang ersehnte Einigung im Bereich der Fernseher. Werfen wir einen Blick auf die zentralen Trends der CES 2015.

Sieht die Zukunft der Smartphones krumm aus?

Neben den bereits erwarteten Vorstellungen wie beispielsweise das Asus ZenFone 2 haben vor allem zwei Hersteller auf sich aufmerksam gemacht. Zum einen wäre hier Kodak zu nennen, die mit ihrem Modell IM5 ins Mobilgeschäft einsteigen möchten. Das Android Gerät verfügt über Standardausstattung und ein großes 5 Zoll Display. Das Herzstück ist, wie hätte es bei Kodak anders sein können, die Kamera. Mit starken Kameras vorne und hinten macht Kodak damit vor allem Jagd auf die bisherigen Platzhirsche auf dem Fotomarkt bei Mobiltelefonen, die Lumia-Serie. Ob dieses Ziel erreicht werden kann, muss erst noch gezeigt werden, dennoch scheint hier ein solides Gerät vorzuliegen.

© LG
© LG

LG war ebenfalls mit vielen neuen Produkten auf der gesamten Messe vertreten und somit sehr präsent. Das Herzstück ihrer Vorstellungen ist das neue LG G Flex 2, das erste absichtlich gebogene Handy. Vierfach gebogen um ganz genau zu sein. Ausgestattet mit neuester Prozessor-Technik und einem sehr großen 5,5 Zoll Display könnte sich LG damit deutlicher in die erste Reihe der Smartphones vorarbeiten und eine noch stärkere Basis im Mobilbereich finden.

Begleitend zu den Smartphone Neuheiten hat sich noch ein alter Bekannter ins Licht der Öffentlichkeit gestohlen: Sonys Walkman. Das Modell ZX2 präsentiert sich rundgeschliffen und von hoher Verarbeitungsqualität. Er steht symbolisch für einen sich abzeichnenden Trend: Genuss von High-End Audioqualität.

Weiterhin weite Entwicklungsstrukturen bei Fernsehern

Bereits im letzten Jahr wurden alle möglichen Trends im Bereich der Fernseher festgehalten und ausgebaut. Darunter beispielsweise auch die Krümmungstechnologie, die in diesem Jahr noch stärker in den Vordergrund tritt. Flacher, schärfer, schneller, stärker, das sind die Mottos der neuen Geräte. Besonders die klarere Bildtechnik ist hierbei ein wichtiger Fokus der Hersteller, jedoch setzt jeder von ihnen auf einen anderen Bereich. Der 4K-Standard ist immer noch das Maß aller Dinge, besonders Samsung und LG sind hier Vorreiter. Doch bereits in Sachen Bildschirmtechnologie scheiden sich die Geister. Samsung beispielsweise arbeitet mit Quantum-Pixeln wohingegen LG OLED-TVs baut. Sony wiederum präsentiert einen Bildverbesserungschip, der sich den Gegebenheiten anpassen soll. Schließlich kommt dann noch Streaming Anbieter Netflix dazu, der sein Angebot nun auch in HDR zeigen möchte, was aber auch nur bei entsprechenden Fernsehern funktioniert.

Zeit für ungewöhnliche Innovationen

© BMW
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Der Autoriese BMW konnte sich auf der CES ebenfalls sehr gut platzieren. Zum einen mit der Erweiterung des innovativen iDrive Systems, das jetzt gar über Touch und Gestik-Steuerung funktionieren soll. Besonderes Highlight des Münchner Unternehmens war die Vorstellung der Organic Light Technologie, praktisch organischen LEDs für Vorder- und Rückleuchten der Fahrzeuge. Damit sind enorme Leuchtreichweiten und eine dynamisch vorausschauende Leuchtassistenz möglich, beispielsweise zur Ausleuchtung von kommenden Kurven. BMW ging sogar noch weiter und zeigte die neue Anti-Kollisionstechnik im i3, die die Sicherheit beim Einparken und im Verkehr allgemein erhöhen soll. Weitere Ergänzung dazu: Die BMW App für Samsungs Smartwatch, mit der das Fahrzeug selbst die Kontrolle übernimmt. Innovativ! Auch die Konkurrenz bei Mercedes konnte sich sehen lassen und präsentierte ein selbstfahrendes Auto, das vor allem auf Komfort ausgelegt ist. Der Automobilhersteller ist davon überzeugt, ein Konzept für die Zukunft entwickelt zu haben – man darf gespannt sein, wie es in der Realität am Ende umgesetzt werden kann.

© Logbar
© Logbar

Doch nicht nur gänzlich Nützliches fand sich auf der CES, schließlich lieben Elektronikfreunde auch ihr Spielzeug. Bestes Beispiel: der Logbar Ring, der mit Gestensteuerung den Alltag erleichtern soll. Trotz einiger Vorschusslorbeeren heben sich die kritischen Stimmen bezüglich der umständlichen und frustrierenden Nutzbarkeit des Rings. Die Benutzung von Fernsehern, Tablets oder Smartphones indem man Zeichen in die Luft malt? Auf jeden Fall einen Blick wert und unterhaltsam. Ebenso wie die 360°-App Milk VR für Samsungs inzwischen erschienene VR-Brille. Noch einen weiteren Schritt tat Sharp mit der Vorstellung der Weiterentwicklung des Free Form Display. Das bereits von Nintendo für eine Entwicklung eingekaufte System sieht nicht nur gut aus, sondern könnte sich schnell auch in Fahrzeugen als zentrales Steuerelement wiederfinden.

Ein Einblick in die Zukunft

All diese Gadgets und Technologien sind nichts, ohne ein sie zusammenhaltendes System. Derzeit leben wir in der Generation Smartphone und steuern unsere Lebensbereiche auf diese Weise. Auf der CES trat ein bereits angedachtes Konzept stark in den Vordergrund, was vielleicht die wichtigste Innovation der gesamten Messe darstellt: iOT, das Internet of Things. Gemeint ist damit eine Steuerung von Technologien des Lebens mithilfe von intelligenten Geräten und mit Unterstützung von Wearables. Dadurch wird die Technologie nahezu unsichtbar und steuert und erleichtert das Leben aktiv im Hintergrund. Also eine Form von internem Netzwerk, das sich selber steuert und somit eine Verknüpfung von physischen Objekten mithilfe einer Internet-ähnlichen Struktur ist. Der Trend auf der CES ist die klare Überzeugung und das Wissen, dass hier die Zukunft liegt sobald die Technologien soweit sind. Damit hat sich ganz heimlich eine neue technische Lebensphilosophie entwickelt, die unsere jetzigen Standards ablösen könnte.

Insgesamt lässt sich für die CES 2015 also festhalten: weniger Innovationen, stattdessen wird Vorhandenes optimiert und auf Qualitätsverbesserungen gesetzt. In vielen Bereichen ein willkommener Ansatz.

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