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CES 2014: Die Gewinner der Technik-Messe

Date Posted: 13 Januar, 2014
Bild: Oculus VR

Die Consumer Electronics Show (CES) ist vorbei und hat die Technik-Trends für dieses Jahr aufgezeigt. Für Technik-Fans weltweit und in unserer Redaktion wahre Festtage. Grund genug also, auf die Messe zurückzublicken und unsere eigenen Highlights der CES zu küren.

Playstation Now: Die Abwärtskompatibilität der Zukunft

Mit jeder neuen Generation der Heimkonsolen kommt eine Frage unweigerlich auf: Laufen die Spiele der letzten Generation auch auf der neuen Konsole? Während auf PlayStation 3 und Xbox 360 entweder nur ausgewählte Titel (Xbox) oder die Spiele lediglich auf der ersten Generation der Konsole (PlayStation) liefen, verweigern Xbox One und PlayStation 4 eine Abwärtskompatibilität gänzlich. Auf der CES lieferte Sony mit PlayStation Now allerdings eine zeitgemäße Interpretation des von Gamern immer wieder geforderten Features. Die Basis für den Dienst liefert das Cloud-Gaming-Unternehmen Gaikai, das seit 2012 zum Sony-Konzern gehört. Das Spiel wird dabei in einer Cloud vorberechnet und parallel zu den Spieler-Eingaben mit Video- und Audio-Content an das Endgerät übertragen. Der voraussichtlich im Sommer 2014 startende Dienst wird zunächst auf PlayStation 3 und PlayStation 4 verfügbar sein. Später soll PlayStation Now auch auf Sonys Handhelt PS Vita, Smart-TVs, Tablets und Smartphones zum Einsatz kommen. Interessant ist dabei, dass es nicht zwingend eines Sony-Geräts bedarf, um Spiele auf Tablet und Co. zu streamen. Hinter vielen Eckpfeilern des Dienstes stehen bislang aber noch große Fragezeichen. So ist beispielsweise noch unklar, welche Third-Party-Hersteller neben Sony für zusätzlichen Content sorgen. Weiter hat sich Sony auch noch nicht zu etwaigen Bezahlsystemen oder Preisen des Dienstes geäußert. Ebenso bleibt abzuwarten, inwiefern der PSN-Store vom neuen Streaming-Dienst beeinflusst wird. Trotzdem: Mit PlayStation Now liefert Sony endlich das lang ersehnte Gaming-Pendant zu erfolgreichen On-Demand-Diensten wie Spotify oder Watchever. Deshalb zählt PlayStation Now nicht nur für uns zu den Messe-Highligts der CES 2014.

3D-Drucker: Lebensmittel nur noch eine Frage der Zeit

3D-Drucker sind als eines der heißesten Technologie-Themen der letzten Jahre weiter auf dem Vormarsch. Ausgereiftere Technik, neue Features und nicht zuletzt sinkende Preise könnten 2014 den großen Startschuss für den privaten, massenmarkttauglichen 3D-Druck bedeuten. Während viele darauf warten, endlich die eigenen kleinen Plastik-Figuren auszudrucken, scheint die Lebensmittel-Industrie bereits einen Schritt weiter. Berichten des Blogs geek.com zufolge arbeitet der Pasta-Hersteller Barilla in Kooperation mit der Technischen Universität Eindhoven seit über zwei Jahren an einem 3D-Drucker für Großküchen. In einem Interview mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung äußerte sich der Entwickler Kjeld van Bommel zum aktuellen Status. Laut van Bommel seien die Prototypen bereits in der Lage, je nach Patrone Pasta- oder Pizzateig sowie Tomaten oder Zwiebeln herzustellen. Auch ausgefallene Formen sollen derzeit kein Problem mehr darstellen. Die Informationen für die Herstellung ganzer Gerichte kommen dabei von einem USB-Stick. Unzufrieden ist Barilla derzeit noch mit der Herstellungszeit der Produkte aus dem 3D-Drucker. Ziel sei es, einen Drucker zu entwickeln, der binnen zwei Minuten etwa 15-20 Pasta- oder Pizzagerichte herstellt. Eine Automatisierung in der Großküche strebt Barilla jedoch nicht an. Vielmehr soll der Drucker als Küchenassistent oder Highlight für die Gäste eingesetzt werden. Druckerhersteller 3D Systems arbeitet ebenfalls an Nahrung aus dem Drucker. Allerdings stehen hier Süßigkeiten im Vordergrund. Zusammen mit The Sugar Lab wurde der Lebensmitteldrucker Chefjet entwickelt, der unterschiedlichste Kreationen aus Zucker herstellen kann. In der zweiten Jahreshälfte sollen die ersten Chefjet-Modelle ausgeliefert werden. Das Basis-Modell wird mit 5000 US-Dollar zu Buche schlagen. Für das Profi-Gerät ruft 3D Systems den doppelten Preis auf. Wir sind gespannt, welche Dimensionen der 3D-Druck noch erreichen wird und haben bereits Appetit auf unsere erste gedruckte Hauptspeise inklusive Nachtisch. Mahlzeit!

Oculus Rift: Noch besser

Die VR-Brille Oculus Rift hält seit mittlerweile fast zwei Jahren die Gaming-Branche in Atem. Mit einer Finanzierungssumme von fast 2,5 Millionen US-Dollar gehört das Virtual-Reality-Gadget bis heute zu den TOP 50 der erfolgreichsten Kickstarter-Projekte. 2014 soll nun endgültig der Release der VR-Brille anstehen. Auf der CES wurde nun das neueste Modell namens Crystal Cove vorgestellt. Das bisher verwendete LCD-Display weicht im Produktjahrgang 2014 einem hochauflösenden OLED-Display. Durch eine ausgefeilte Beleuchtung des Displays, soll der Unschärfeeffekt durch schnelle Kopfbewegungen drastisch reduziert werden. Somit wird das „motion sickness“ genannte Schwindelgefühl eliminiert. Eine erste Demonstration auf einem Prototyp sorgte auch bei mir für gemischte Gefühle. Doch nicht nur im Innenleben hat sich Oculus Rift weiterentwickelt. Über die Front der Brille wurden kleine Infrarotstrahler installiert, welche von einer Kamera erfasst werden. Somit kann die Position des Nutzers im Raum genau ermittelt und nun auch Neigungen des Kopfes erfasst werden. Die Kamera wird neben der Brille selbst ebenfalls im Lieferumfang der Verkaufsversion enthalten sein. Dieser beeindruckende Fortschritt veranlasste die Internetseite engadget.com dazu, Oculus Rift zum Besten unter den Besten der CES 2014 zu küren. Die deutschen Kollegen der Chip.de-Redaktionhingegen haben in einem Hands-on auf der Messe zudem eine erste Preisvorstellung in Erfahrung bringen können. Rund 300 Euro werden für das revolutionäre VR-System aufgerufen.

Wir fassen zusammen: Die CES in Las Vegas sorgte auch 2014 für einen fulminanten Einstieg in das neue Technik-Jahr. Neben allen Highlights großer Unternehmen gab es auch viele kleine Unternehmen mit neuen, interessanten Ideen, um unseren Alltag auf Basis moderner Technik zu vereinfachen. Beeindruckend ist jedoch, dass so mancher technischer Fortschritt noch dieses Jahr für den Massenmarkt zur Verfügung steht. 2014 dürfte ein spannendes Jahr für alle Technik-Fans werden.

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