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CeBIT 2016 – Sicherheit und der Mittelstand gehen vor

Date Posted: 16 März, 2016

Eines steht auf der CeBIT 2016 fest: Wer auf Technik-Messen gerne etwas in den Händen hält, wird auf der CeBIT oft ins Leere – oder besser: ins Virtuelle greifen. Damit hat die CeBIT ein selbst ausgerufenes Ziel erreicht: Die einstige Publikumsmesse hat sich erfolgreich zur Fachmesse gewandelt. Dieser Schritt ist im Würgegriff der CES und IFA absolut nötig, will sie nicht weiter an Bedeutung verlieren.

In Zeiten, in denen immer mehr Unternehmen die Frage stellen, ob die Anwesenheit auf einer Messe im Allgemeinen noch zeitgemäß ist, muss sich der Besucher der CeBIT im Speziellen darüber im Klaren sein, was er zu sehen bekommt. Hier gibt es keine großen lauten Stände mit VR-Brillen, 4K-Fernsehern oder selbstfahrenden Autos. Die CeBIT wird von kleinen, sehr spezialisierten Ständen dominiert. Von vielen kann wortwörtlich behauptet werden: Sie sind ein sicheres Ding. Security-Lösungen für mittelständische Unternehmen bieten viele der 3300 Aussteller an. Die Wirtschaft im digitalen Wandel. Oder wie es die Kanzlerin bei ihrem traditionellen Rundgang sagte: Daten sind die Rohstoffe des 21. Jahrhunderts. Und über allem schwebt in Hannover die Cloud.

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CeBIT 2016: Alles in der Cloud

Alle wichtigen, weltweit agierenden Cloud-Anbieter sind in Hannover vertreten. Ob die Deutsche Telekom, SAP, Microsoft, IBM, HP Enterprise, Vodafone, Software AG oder Amazon Webservices. Es sind aber nicht die großen, die das Bild der CeBIT prägen. „Mehr als 300 junge Unternehmen aus rund 40 Nationen präsentieren sich allein bei SCALE11, zusammen mit etablierten Konzernen, wie der Deutschen Bahn, VW, SAP, Schaeffler und dem Bankenverband. Wir bringen das gesamte Ökosystem rund um Startups mit all seiner Kreativität in einer Halle zusammen“, sagte Oliver Frese, Vorstand der Deutschen Messe AG. Beim Rundgang durch die Startup-Halle SCALE11 begegnen sie uns dann doch, die Bilder, die wir von der IFA oder der CES kennen – allerdings in anderen Zusammenhängen. Denn statt VR-Brillen können wir Head Mounted Glasses testen. Die dienen nicht der Unterhaltung, sondern finden konkret in der Wirtschaft Anwendung. Mit Produkten wie Brothers Airscouter-Brille können zwar auch Live-Bilder von Drohnen angesehen werden, doch primär soll die Brille in der Medizin oder im Service eingesetzt werden. Etwa, wenn Techniker Anleitungen benötigen, um an Fahrzeugen zu arbeiten, ohne immer ein zweites Display dabei zu haben. Die Airscouter-Brille bringt die nötigen Infos über ein kleines Display, das sich direkt vor dem linken Auge befindet.

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4K und VR-Brillen: Andere Einsatzgebiete auf der CeBIT

Auch die 4K-Fernseher begegnen uns wieder. Etwa, wenn das Hamburger Unternehmen infoBoard das Projekt-Management-Tool „Plantafel“ präsentiert. Der Platz, den das Display bietet, wird dringend benötigt: Wenn „Plantafel“ die Komplexität einer mittelständischen Jahresplanung visualisiert, reichen 1080p lange nicht mehr aus.

Konkret nach Zielgruppen gefragt, antworten auf der CeBIT viele Aussteller mit dem Wort „Mittelstand“. Hier scheint es großen Marktlücken zu geben – glaubt man diversen Analysten. Denn angeblich tut sich der Mittelstand mit der Digitalisierung sehr schwer – vor allem in Deutschland. Vielleicht kann die CEBIT 2016 hier wichtige Impulse liefern.

Bei aller Ernsthaftigkeit, die in diesen Tagen über der CeBIT liegt, gibt es aber auch die Momente, in denen der Spaß klar im Vordergrund steht. Etwa, wenn man Aldebarans heimlichen Star der CeBIT begegnet. Kein Sänger oder YouTuber – nein, ein kleiner Roboter namens Pepper. In Japan betreut der drollige Kunststoffkamerad bereits Kinder. In Hannover bildet sich um Pepper immer eine Menschentraube, wenn er auftaucht. Pepper antwortet auf einfache Fragen. Etwa, wie er heißt oder wie alt er ist. Auch schüttelt er brav Hände, wenn man ihn danach fragt. Und so kann man in Hannover dann doch noch etwas anfassen.

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