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Blogger und Entscheider im Interview: Teil 30

Date Posted: 16 September, 2015

Unsere Se­rie Blog­ger und Ent­schei­der im Inter­view geht in die nächste Runde: Seit Anfang 2014 stel­len wir Blog­gern und Unter­neh­mens­spre­chern Fra­gen rund um das Thema Blog­ger Rela­ti­ons. Nach und nach erge­ben die Ant­wor­ten bei­der Sei­ten wich­tige Erkennt­nisse, wie Blog­ger und Unter­neh­men näher zusam­men­rü­cken kön­nen. Ziel unse­rer Serie ist es, einen Sta­tus Quo in Sachen Blog­ger Rela­ti­ons auch im Jahr 2015 festzuhalten.

„Blog­ger“ ist als Platz­hal­ter zu ver­ste­hen – natür­lich kön­nen Influ­en­cer ver­schie­de­ner Platt­for­men gemeint sein (Blog­ger, Vlog­ger, Ins­ta­gra­mer, Twit­te­rati, Pin­te­res­ter etc.).

Wei­ter unten fin­det Ihr auch die vor­he­ri­gen Inter­views aufgelistet.

Vor­schläge für Gast­au­to­ren neh­men wir gerne ent­ge­gen, unter welcome@wildcard-communications.de

In Teil 30 im Inter­view: Kai Bösel, Mitgründer und -blogger von www.daddylicious.de & Gründer von www.boomblogs.de

Viel Spaß beim Lesen.

© Raimar von Wienskowski © Raimar von Wienskowski

© Daddylicious © Daddylicious

Fragen an den Blogger:

1. Werden Sie von Unternehmen regelmäßig im Rahmen von Blogger Relations angesprochen?

Wir betreiben unser Väter-Magazin DADDYlicious seit August 2013 und stehen seitdem offensichtlich auch auf vielen Mail-Verteilern von Firmen und Agenturen, denn Anfragen bekommen wir täglich. Meist aber tatsächlich per Mail, für einen Anruf als Kaltakquise-Instrument entscheiden sich unter 10 Prozent.

 

2. Welche persönlichen Erfahrungswerte gibt es im Umgang und der Zusammenarbeit mit Unternehmen?

Da wir mittlerweile massiv aussieben und wirklich nur dann auf Anfragen reagieren, wenn es thematisch und von den Rahmenbedingungen wirklich passt, haben wir eigentlich durchweg sehr fruchtbare Beziehungen zu Kunden und Agenturen. Soweit es die Zeit zulässt versuche ich, meine Gesprächspartner auch persönlich kennenzulernen. So ergibt sich eine sehr freundschaftliche und professionelle Zusammenarbeit, die beiden Seiten Spaß macht.

 

3. Was ist der größte Fehler von Unternehmen im Umgang und Dialog mit Bloggern?

Die Firmen und Agenturen sprechen zum Teil immer noch per Rundmail an. Das ist auch gar nicht immer verkehrt, aber wir achten bei dem angebotenen Content auf eine zwingend nötige Relevanz für unsere Zielgruppe der Väter. Ein Rasierwasser fällt dabei genauso durchs Raster wie eine Milchpumpe. Insofern stört uns eher der fehlende Bezug, als die oft unpersönliche Ansprache.

 

4. Wenn Sie Unternehmensvertreter wären: Was würden Sie tun, um die Zusammenarbeit zwischen Bloggern und Unternehmen weiter zu stärken?

Neben meiner Schreiberei für Daddylicious bin ich auch noch unter anderer Flagge unterwegs, zum Beispiel betreibe ich noch den Adventskalender-Shop www.adventman.de, für den ich selbst auch auf Blogger Relations als Kommunikationsmaßnahme setze. Mein Plan dabei ist, auf wenige reichweitenstarke Blogs zu setzen und dafür auch ein Budget einzuplanen. So lässt sich das am besten organisieren, wenn man nicht eine Person Vollzeit auf das Thema „Blogger Relation“ ansetzen möchte.

Die andere Möglichkeit wäre, auf einen Blogvermarkter zu setzen. Auch dazu habe ich für den Bereich „Family & Lifestyle“ etwas im Angebot, unter www.boomblogs.de bündel ich derzeit 25 namhafte Blogs und kann so die Betreuung aus einer Hand anbieten. Dann müssen die Unternehmen nicht selbst jeden Blogger einzeln ansprechen, Media Kits abfragen und gute von weniger guten Blogs unterscheiden, sondern sie bekommen authentische Berichte auf einem Qualitätsnetzwerk.

 

5. Wie sollte die Ansprache aussehen? Worauf ist besonders von Unternehmensseite aus zu achten, wenn mit Blogger Relations gestartet werden soll?

Hilfreich ist, wenn ich mir vorab überlege, was ich denn erreichen will. Bin ich ein Shop und erwarte bei einem Advertorial eine bestimmte Anzahl an Bestellungen? Dann ist das wahrscheinlich nicht die richtige Maßnahme. Ich sehe Blogger Relations als Teil der PR oder Kommunikationsstrategie. Daher hilft es, Enttäuschungen zu vermeiden, wenn beiden Seiten von Anfang an klar ist, was die Ziele sind und was die KPI der Kampagne sind.

 

6. Der größte Segen der Einbindung von Blogger Relations in die Kommunikation ist meiner Meinung nach…

…die Chance, leidenschaftliche und ehrliche Berichte zu meiner Marke oder meinem Produkt zu erhalten. Mit tollen Bildern, mit Witz, mit Emotionen, manchmal auch mit Kritik und oft mit einer umfangreichen Resonanz durch die Leser. Direkt in dem Blog oder in den angeschlossenen sozialen Netzwerken.

 

7. Der größte Fluch der Einbindung von Blogger Relations in die Kommunikation ist meiner Meinung nach…

…das viele PR-Kollegen immer noch meinen, Blogger dürften keine Preise verlangen und müssten durch follow-Links auch noch zur SEO-Strategie beitragen.

 

8. Was halten Sie für die größte Errungenschaft der Blogger? Was haben Blogs in Ihren Augen erreicht?

Zuerst einmal macht ein Blog denjenigen, der ihn betreibt, sehr glücklich. Er dient als Ventil, als Tagebuch, als Referenz. Und den Lesern helfen die Blogs ebenfalls, denn sie wissen jetzt, sie sind nicht allein. Es gibt andere Menschen mit ähnlichen Sorgen, ähnlichem Humor und ähnlichen Ansichten.

 

9. Wo sehen Sie die Blogosphäre in Bezug auf Reichweite und Einfluss in 1-3 Jahren in Deutschland?

Wenn wir hier auch den Bereich „Influencer“ mit zuzählen, dann rechne ich mit weiteren Shooting-Stars der Szene mit beachtlichen Fanzahlen und Reichweiten. Auf der anderen Seite rechne ich mit einer Bereinigung, weil wahrscheinlich vielen Betreibern kleinerer Blogs der Spaß abhandenkommt. Ich bin etwas auf Kriegsfuß mit den vielen Produkttestern, die bei unserem Kalendershop jedes Jahr anklopfen. Daher hätte ich nichts dagegen, wenn sich in Zukunft die Blogosphäre aus den Blogs zusammensetzt, die mit Ihren Texten wirklich lesenswerte Inhalte liefern.

 

10. Was möchten Sie Unternehmensvertretern gerne mit auf den Weg geben?

Wenn Ihr Blogger Relations selbst macht, dann macht es richtig. Kennt die Blogs und die Blogger dahinter und bietet nur die Inhalte an, die auch zu der Seite passen. Und wenn Euch das zu viel Aufwand ist, meldet Euch gern bei BOOMblogs.

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