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Blogger und Entscheider im Interview: Teil 26 – Maik Zehrfeld / LangweileDich.net

Date Posted: 26 Januar, 2015

Unsere Se­rie Blog­ger und Ent­schei­der im Inter­view geht in die nächste Runde: Seit Anfang 2014 stel­len wir Blog­gern und Unter­neh­mens­spre­chern Fra­gen rund um das Thema Blog­ger Rela­ti­ons. Nach und nach erge­ben die Ant­wor­ten bei­der Sei­ten wich­tige Erkennt­nisse, wie Blog­ger und Unter­neh­men näher zusam­men­rü­cken kön­nen. Ziel unse­rer Serie ist es, einen Sta­tus Quo in Sachen Blog­ger Rela­ti­ons im Jahr 2014 fest­zu­hal­ten.

„Blogger“ ist als Platzhalter zu verstehen –natürlich können Influencer verschiedener Plattformen gemeint sein (Blogger, Vlogger, Instagramer, Twitterati, Pinterester etc.).

Wei­ter unten fin­det Ihr auch die vor­he­ri­gen Inter­views aufgelistet.

Vor­schläge für Gast­au­to­ren neh­men wir gerne ent­ge­gen, unter welcome@wildcard-communications.de

In Teil 26 im Interview: Maik Zehrfeld, Gründer von LangweileDich.net.

Viel Spaß beim Lesen.

Maik Zehrfeld
Maik Zehrfeld / LangweileDich.net

1. Werden Sie von Unternehmen regelmäßig im Rahmen von Blogger Relations angesprochen?

Ja, eigentlich täglich.

2. Welche persönlichen Erfahrungswerte gibt es im Umgang und der Zusammenarbeit mit Unternehmen?

Die unterschiedlichsten – in beide Extreme. Sehr persönliche und engagierte Kommunikation, die tatsächlich auf das gemeinsame Erarbeiten von relevanten und interessanten Inhalten aus ist – und eben das komplette Gegenteil. Leider ist die unpersönliche Massenmail noch immer ein recht großer Bestandteil zumindest von einigen Agenturen. Unternehmen sind meist etwas persönlicher unterwegs, wenn es in direkter Ansprache abläuft.

3. Was ist der größte Fehler von Unternehmen im Umgang und Dialog mit Bloggern?

Neben der fehlenden Wertschätzung in der Kommunikation (vor allem beim Erstkontakt) ist es das Ernstnehmen und die Wahrnehmung als potenzieller Partner. Leider denken zu viele noch in klassischer Verbreitungsmanier oder gar SEO-Sicht. Oftmals werden Blogger auch zu spät ins Boot geholt. „Schreib mal das“, „Binde mal das hier ein“ – viel mehr haben alle Seiten davon, wenn bereits in der Konzeptionsphase einer möglichen Zusammenarbeit auch die Perspektive des Bloggers mit eingeholt werden kann. So kann möglichen Enttäuschungen hinten heraus vorgebeugt werden.

4. Wenn Sie Unternehmensvertreter wären: Was würden Sie tun, um die Zusammenarbeit zwischen Bloggern und Unternehmen weiter zu stärken?

Ich habe bereits in einer Agentur von Unternehmensseite aus mit Bloggern zusammen gearbeitet und hoffe zumindest, dass ich die angesprochenen Dinge besser gemacht habe. Natürlich geht es auch nicht immer, aber man sollte zumindest Namen, Inhalte und Ausrichtung eines Blogs kennen, ehe man den Betreiber anschreibt.

5. Wie sollte die Ansprache aussehen? Worauf ist besonders von Unternehmensseite aus zu achten, wenn mit Blogger Relations gestartet werden soll?

Ein ehrliches Anschreiben, möglichst konkret. Phrasen á la „Beim Surfen durch das Internet ist mir deine Seite positiv ausgefallen. Besonders >Aktuell auf der Startseite ganz oben befindlicher Beitragstitel< hat mir gut gefallen“ ist ausgelutscht und wirkt oberflächlich. Einfach das Vorhaben vorstellen und direkt fragen, ob sich die Person das vorstellen kann. Und unbedingt den Mehrwert für den Blogger direkt mit angeben – und wenn man keinen bieten kann, erst gar nicht auf Senden drücken. Und nein, damit meine ich nicht einen 5€-Gutschein für den eigenen Shop…

6. Der größte Segen der Einbindung von Blogger Relations in die Kommunikation ist meiner Meinung nach…

Flexibilität in der Umsetzung, Abdeckung spitzer Zielgruppen, hohe Glaubwürdigkeit und Word of Mouth-Potenziale.

7. Der größte Fluch der Einbindung von Blogger Relations in die Kommunikation ist meiner Meinung nach…

Nicht immer sind Blogger versiert was Rechnungsstellung, Tracking und all den anderen Kram angeht, der bei normalen Kampagnen Usus sind. Dazu machen es viele nebenbei, also gilt es Vorläufe und Kontaktmöglichkeiten zu beachten.

8. Was halten Sie für die größte Errungenschaft der Blogger? Was haben Blogs in Ihren Augen erreicht?

Einige Blogs sind keine mehr. Das mag jetzt so überspitzt gar nicht als Erfolg gelesen zu werden, aber letztlich haben sich aus Blogs richtige Redaktionen und professionell betriebene Websites entwickelt. Das ist enorm hoch anzurechnen und zeigt, dass es Inhalte und Perspektiven gab (und gibt), die die großen Verlage verschlafen haben. Und die Personalisierung des redaktionellen Internet ist ja auch eine ganz feine Errungenschaft.

9. Wo sehen Sie die Blogosphäre in Bezug auf Reichweite und Einfluss in 1-3 Jahren in Deutschland?

Ich glaube nicht, dass es einen Riesensprung hier geben wird. Ein bisschen stetiges Wachstum wird sicherlich vorhanden sein und einige Leuchtturmprojekte könnten eine Überraschung darstellen. Aber auf ein USA-Niveau werden wir so schnell hier nicht gelangen. Aber ich bin optimistisch, dass die Wahrnehmung der Blogs auf Presse-Niveau voranschreiten wird.

10. Was möchten Sie Unternehmensvertretern gerne mit auf den Weg geben?

Zwängt Blogs nicht in Kampagnen rein, nur damit ihr sie dran habt, aber erwägt bei jeder Kampagne vorab, ob Blogs nicht eine Möglichkeit wären. Und zieht Mails von Bloggern nicht direkt in den Papierkorb, das sind verpasste Chancen!

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