News & views

Blogger und Entscheider im Interview: Teil 24 – Kristin Addies / BeMyTravelMuse

Date Posted: 22 Dezember, 2014
Kristin Addies - BeMyTravelMuse
Kristin Addies – BeMyTravelMuse

Unsere Se­rie Blog­ger und Ent­schei­der im Inter­view geht in die nächste Runde: Seit Anfang 2014 stel­len wir Blog­gern und Unter­neh­mens­spre­chern Fra­gen rund um das Thema Blog­ger Rela­ti­ons. Nach und nach erge­ben die Ant­wor­ten bei­der Sei­ten wich­tige Erkennt­nisse, wie Blog­ger und Unter­neh­men näher zusam­men­rü­cken kön­nen. Ziel unse­rer Serie ist es, einen Sta­tus Quo in Sachen Blog­ger Rela­ti­ons im Jahr 2014 fest­zu­hal­ten.

„Blogger“ ist als Platzhalter zu verstehen –natürlich können Influencer verschiedener Plattformen gemeint sein (Blogger, Vlogger, Instagramer, Twitterati, Pinterester etc.).

Wei­ter unten fin­det Ihr auch die vor­he­ri­gen Inter­views aufgelistet.

Vor­schläge für Gast­au­to­ren neh­men wir gerne ent­ge­gen, unter welcome@wildcard-communications.de

In Teil 24 im Interview: Kristin Addies Gründerin von BeMyTravelMuse.

Viel Spaß beim Lesen.

 

1. Werden Sie von Unternehmen regelmäßig im Rahmen von Blogger Relations angesprochen?

Oh ja, mehrmals am Tag. Manchmal ist das sogar ein wenig überwältigend.

2. Welche persönlichen Erfahrungswerte gibt es im Umgang und der Zusammenarbeit mit Unternehmen?

Ungefähr 99% der Unternehmen senden uns nur Pressemitteilungen oder suchen eine kostenfreie Erwähnung in meinem Blog. Bei denjenigen jedoch, mit denen ich eine gute Beziehung entwickelt habe, hat es sich zu einem gemeinsamen Vorteil entwickelt. Ich liebe es, als Markenbotschafter für Unternehmen und Reiseziele zu arbeiten, die ich selbst nutze und hinter denen ich wirklich stehe. Deswegen mache ich das relativ selten, da ich meine Glaubwürdigkeit und das Vertrauen meiner Leser behalten möchte – das ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit.

Wenn ich also eine Partnerschaft mit einer Marke eingehe, kann ich sowohl der Marke als auch meinen Lesern versichern, dass ich hinter meinen Worten stehe und das Unternehmen wirklich unterstütze. Das ist ein gutes geschäftliches Verhältnis für jeden.

3. Was ist der größte Fehler von Unternehmen im Umgang und Dialog mit Bloggern?

Dass sie sich vollkommen übernehmen. Eine informelle Massen-E-Mail ohne persönliche Ansprache oder Recherche an eine Gruppe Blogger zu schicken, zahlt sich nicht aus.

Die meisten Blogger besitzen eine Info-Seite direkt für Unternehmen und Medien. Ich würde immer vorschlagen, die Blogger zu identifizieren, die ideal zur Marke passen, ihre Media-Seiten anschauen, sie komplett zu lesen und ihnen eine personalisierte E-Mail zu senden.

4. Wenn Sie Unternehmensvertreter wären: Was würden Sie tun, um die Zusammenarbeit zwischen Bloggern und Unternehmen weiter zu stärken?

Statt Ratespiele zu spielen, würde ich direkt einen Blogger anheuern, bei dem ich das Gefühl habe, er könnte meine Marke gut repräsentieren. Ich würde mich mit ihm zusammenschließen, um weitere Blogger ausfindig zu machen, die ebenso gut ins Bild passen. Sicherlich fiele dabei eine kleine finanzielle Investition an, aber wenn man den richtigen Blogger für sich gefunden hat, stehen die Chancen gut, dass er/sie auch andere kennt.

5. Wie sollte die Ansprache aussehen? Worauf ist besonders von Unternehmensseite aus zu achten, wenn mit Blogger Relations gestartet werden soll?

Entwickelt ein klares Verständnis wer sie sind und worüber sie schreiben. Bezieht euch auf Spezifisches in euren Kontakt-Mails. Das wird euch von so ziemlich allen anderen unterscheiden, die versuchen mit Bloggern Kontakt aufzunehmen.

6. Der größte Segen der Einbindung von Blogger Relations in die Kommunikation ist meiner Meinung nach…

Die Hoffnung, jemanden einzubinden, der Erfahrung im Bloggen besitzt und weiß, welch große Langzeitvorteile die Arbeit mit Bloggern hat.

7. Der größte Fluch der Einbindung von Blogger Relations in die Kommunikation ist meiner Meinung nach…

Nicht zu verstehen, wo der wirkliche Wert liegt und an den falschen Stellen nach ROI (Return on Investment) zu suchen (z.B. Twitter-Impressionen etc.). Stellt niemanden ein nur weil sie eine Millionen Twitter Follower besitzen. Schaut lieber die Aktivität und das Engagement an.

8. Was halten Sie für die größte Errungenschaft der Blogger? Was haben Blogs in Ihren Augen erreicht?

Als Reiseblogger war es für mich persönlich inspirierend und hat alles verändert, rauszugehen, andere Blogs zu lesen und ein digitaler Nomade zu werden. Die Blogs boten so viele nützliche Informationen und bauten von Anfang an einen so hohen Grad an Vertrauen zu mir als Leser auf, dass sie mich zum Handeln bewegten. Dasselbe geschah dann mit meinem eigenen Blog ebenfalls – Leser schrieben mir E-Mails, dass sie an einen Ort reisten, weil ich ihn empfohlen hatte oder ein Produkt kauften, weil ich es ebenfalls mochte. Blogs sind eine persönliche Marke, die ein Unternehmen menschlich machen kann. Das ist der wahre Wert.

9. Wo sehen Sie die Blogosphäre in Bezug auf Reichweite und Einfluss in 1-3 Jahren in den USA?

Ich glaube wirklich daran, dass Qualität über Quantität siegt. Viele Unternehmen verstehen noch nicht, dass große Zahlen, wie beispielsweise auf Twitter oder bei Nutzerzahlen, gefälscht werden können. Was wirklich zählt, ist das Engagement. Ich denke, dass Unternehmen und Marken das früher oder später verstehen werden und die Auswahl ihrer Partnerschaften anders wählen. In der Blogsphäre gibt es einen enormen Wert, aber man muss die richtigen Leute dafür finden und manchmal sind es nicht die offensichtlichen.

10. Was möchten Sie Unternehmensvertretern gerne mit auf den Weg geben?

Schaut auf das Engagement und nicht nur auf die Zahlen. Konzentriert euch auf die Blogger, die euch beweisen können, dass ihr Wert für euch real ist. Steckt mehr Geld in durchdachte Projekte und langfristige Marken-Partnerschaften und nicht in einige schnelle, einfache und günstige Blogs, die nicht die Reichweite haben, die ihr wollte und braucht.

Share this
arrow_upward