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Blogger und Entscheider im Interview: Teil 19 – Joe Miragliotta / Joe’s Daily

Date Posted: 29 September, 2014
© Joe Miragliotta
Joe Miragliotta / Joe’s Daily

Unsere Se­rie Blog­ger und Ent­schei­der im Inter­view geht in die nächste Runde: Seit Anfang 2014 stel­len wir Blog­gern und Unter­neh­mens­spre­chern Fra­gen rund um das Thema Blog­ger Rela­ti­ons. Nach und nach erge­ben die Ant­wor­ten bei­der Sei­ten wich­tige Erkennt­nisse, wie Blog­ger und Unter­neh­men näher zusam­men­rü­cken kön­nen. Ziel unse­rer Serie ist es, einen Sta­tus Quo in Sachen Blog­ger Rela­ti­ons im Jahr 2014 fest­zu­hal­ten.

„Blogger“ ist als Platzhalter zu verstehen –natürlich können Influencer verschiedener Plattformen gemeint sein (Blogger, Vlogger, Instagramer, Twitterati, Pinterester etc.).

Wei­ter unten fin­det Ihr auch die vor­he­ri­gen Inter­views aufgelistet.

Vor­schläge für Gast­au­to­ren neh­men wir gerne ent­ge­gen, unter welcome@wildcard-communications.de

In Teil 19 im Interview: Joe Miragliotta, Gründer von Joe’s Daily.

Viel Spaß beim Lesen.

 

1. Werden Sie von Unternehmen regelmäßig im Rahmen von Blogger Relations angesprochen?

Ja, manchmal fast zu oft. Ich liebe es, mit neuen und bestehenden Marken zu arbeiten, aber es sollte niemals ausschließlich um deren Inhalte gehen. Vielfalt ist gut wenn es ums Bloggen geht, gerade bei einem Lifestyle-Blog.

2. Welche persönlichen Erfahrungswerte gibt es im Umgang und der Zusammenarbeit mit Unternehmen?

Sowohl gute als auch schlechte. Oftmals möchte ein Unternehmen für eine Marke den Lifestyle zeigen und auf welche Weise sich dieser nicht nur um das Produkt dreht. Andere wiederum wollen den Content erzwingen und versuchen, die Beiträge für dich zu schreiben. Das ist aber keine gute Strategie

3. Was ist der größte Fehler von Unternehmen im Umgang und Dialog mit Bloggern?

In meinen Augen gibt es zwei große Fehler, die Unternehmen machen können: Informelle Präsentationen und der Versuch, Artikel zu stark zu beeinflussen. Als jemand, der seine E-Mails direkt nach dem Aufstehen abruft, ist das Letzte was ich sehen möchte ein „Hi there“ oder „Hi“ und dann zu dieser informellen Begrüßung noch eine nachlässige E-Mail. Wenn du versuchen möchtest, mit mir zusammen zu arbeiten, dann zeige mir, wie dein Unternehmen zur mir passen könnte. Keine Massenpräsentation, die du für jede Lifestyle-Seite im Internet zusammenbaust. Der vermutlich schlimmste Fehler kommt von den Unternehmen, die die Artikel für dich schreiben wollen. Ob man mich nun für das Schreiben des Artikels bezahlt hat oder nicht, man sollte niemals versuchen, zu diktieren, wie der Text aussehen soll. Das schmälert meine Marke.

4. Wenn Sie Unternehmensvertreter wären: Was würden Sie tun, um die Zusammenarbeit zwischen Bloggern und Unternehmen weiter zu stärken?

Fangt an Beziehungen zu Bloggern aufzubauen, die aktive Follower in sozialen Netzwerken haben. In diesen Tagen geht es nicht um die Einzigartigkeit des Blogeintrags, sondern um die Einzigartigkeit der Marke als Ganzes. Ein Blogeintrag kommt und geht und wird am Ende archiviert. Eine solide Beziehung mit der Marke und dem Social-Team aufzubauen, ist nachweislich langlebiger. Da bildet Taco Bell ein gutes Beispiel: Sie haben mehr als eine Handvoll Prominente und sehr bekannte Influencer, die dauerhaft über sie reden. Ich weiß, dass viele von ihnen nicht einmal bezahlt werden, sondern es wie eine Freundschaft behandeln.

5. Wie sollte die Ansprache aussehen? Worauf ist besonders von Unternehmensseite aus zu achten, wenn mit Blogger Relations gestartet werden soll?

Baut eine Freundschaft zu ihnen auf, aber täuscht diese nicht vor. Wie ich bereits bei Taco Bell erwähnt habe, wenn du Blogger/Influencer wie Freunde behandelst, wird sich das lohnen.

6. Der größte Segen der Einbindung von Blogger Relations in die Kommunikation ist meiner Meinung nach…

Netzwerken! In diesem Geschäft dreht sich alles ’um das Netzwerken. Ich habe meine besten Agenturkontakte von anderen Blogger-Freunden bekommen, die ich auf einer Networking-Party getroffen habe. Wenn ich eine Freundschaft mit jemandem aus einer Agentur schließe, stehen die Chancen gut, dass ich als erstes ihre Präsentationen zu sehen bekomme. Würdest du nicht dasselbe für einen Freund tun?

7. Der größte Fluch der Einbindung von Blogger Relations in die Kommunikation ist meiner Meinung nach…

Mit Unternehmen umzugehen, die es einfach nicht verstehen. Wie ich schon sagte, manche Unternehmen denken, dass sie das finale Sagen haben, weil sie dich bezahlen. Bis zu einem gewissen Grad sollten sie das. Vergleichbar mit einer Werbung, für die sie bezahlen. Aber: Würdest du Steven Spielberg anheuern und ihm sagen, wie er Regie führen soll? Nein.

8. Was halten Sie für die größte Errungenschaft der Blogger? Was haben Blogs in Ihren Augen erreicht?

Die größte Errungenschaft ist es, dass der Wert der eigenen Arbeit sich endlich auszahlt. Viele Blogs starteten als Hobby – so war es auch bei mir. Ich wollte nur wirklich coole Sachen, also hab ich es gemacht. Jetzt werde ich dafür bezahlt und könnte nicht glücklicher sein. Ich denke, wenn man sieht, wie sich eine Leidenschaft in einen Job verwandelt, dann ist das die größte Errungenschaft. Blogs haben gezeigt, dass das Arbeiten von Zuhause möglich ist. Und das ohne Hochschul-Abschluss.

9. Wo sehen Sie die Blogosphäre in Bezug auf Reichweite und Einfluss in 1-3 Jahren in Deutschland?

Ich denke, es werden eine Menge mehr Marken-Deals abgeschlossen und generell wird es mehr Blogs geben. Das ist sowohl gut als auch schlecht für mich, aber ich begrüße die Konkurrenz. Ich hoffe, Plattformen wie Vine fallen etwas ab, aber das ist nur meine persönliche Meinung.

10. Was möchten Sie Unternehmensvertretern gerne mit auf den Weg geben?

Stellt mehr Geld für die Reichweite von Bloggern/Influencern bereit. Ich habe mehr als fünf Jahre Erfahrung im Entertainment-Marketing, ich weiß, dass die Geldmenge, die für alberne, absolut nichtssagende Kampagnen ausgegeben wurden, unglaublich hoch ist. Investiert in Influencer, um eure Message zu teilen und ich garantiere euch, dass das günstiger ist und sich im Endeffekt mehr auszahlt.

 

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