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Blogger-Relations auf soliden Fundamenten bauen – so funktioniert‘s

Date Posted: 2 Mai, 2013

Blogs und Blogger auf allen Frequenzen: In Berlin finden die Blogger-Konferenzen re:publica und bald danach The Hive statt, Rainer Calmund bloggt für TUI und in Russland ist es nicht die Presse, sondern erneut ein Blogger, der sich mutig gegen Putin stellt. Selbst SpiegelTV berichtete unlängst mit dem Thema: Die neuen Stars der Mode-Szene sind nicht die Models: sondern die Fashion-Blogger.  Na klar: Immer mehr Unternehmen machen Blogger als interessante Zielgruppe aus. In der Praxis werden dabei immer wieder ärgerliche Fehler begangen, die vermeidbar wären: Entweder versuchen vorhandene PR- und Kommunikationsabteilungen der Blogosphäre klassische Strategien überzustülpen oder es wird versucht, diese einfach zu kaufen. Beides geht entweder schief oder ist wenig nachhaltig.

Wer den Aufbau und die Pflege von Beziehungen zu Bloggern als „PR 2.0“ bezeichnet, denkt schon weiter, aber nicht unbedingt vollständig. PR 2.0 – ja, das klingt gut – doch Blogger-Relations sind deutlich mehr als reine Online-PR mit starken Content-Marketing-Anteilen.

Bild: wildcard

Wie man’s besser macht? Mit Haltung.

Gebt die Kontrolle auf und setzt mehr auf Dialog. Und zwar nicht im Sinne der „Spin-Doktoren“, sondern gerade aus, mit offenem Visier. Nicht als Forderer, nicht als Bittsteller. Als Partner.

Wie jeder Teil der Öffentlichkeitsarbeit, fußen auch Blogger-Relations auf festen Säulen. Nach unserer Erfahrung sind es folgende:

 

  1. Transparenz
  2. Möglichkeiten zu selbst gestaltetem Inhalt
  3. Individualität
  4. Empathie
  1. Blogger-Relations sind transparent. Vergesst zwischen Zeilen schlummernde Hinweise auf monetäre Entlohnung. Gekaufte Blog-Artikel widersprechen unserem Verständnis von Blogger-Relations. Erfolgreiche Blogger-Relations sind glaubhaft und authentisch. Blog-Artikel kaufen kann jeder. Unternehmen, die Blog-Einträge dennoch kaufen möchten, müssen dieses transparent tun! Vermeidet unter allen Umständen Mauscheleien.
  2. Blogger-Relations brauchen selbst gestaltbare Inhalte. Blogs sind keine privaten Magazine oder Zeitungen. Pressemitteilungen im Corporate-Sprech werden nicht übernommen. Unternehmen, die sich oder ihre Produkte auf Blogs sehen wollen, müssen den Blogs die Chance bieten, einzigartige Inhalte zu generieren. Liefert das Material und lasst den Bloggern Freiraum, diese Inhalte eigenverantwortlich umzusetzen. Für Events gilt: Blogger müssen das Produkt erleben und anfassen können. Und sie brauchen dafür Zeit.
  3. Blogger-Relations sind individuell und setzen auf Vernetzung. Egal ob Informationen, Ansprache oder Kontaktpflege: Persönlich sein! Neben der genauen Recherche, welche Inhalte, Ausrichtungen und Ansprüche ein Blog hat, ist die Recherche, mit welchen Blogs er vernetzt ist, wichtig. Anders als klassische Medien teilen Blogs gerne Informationen untereinander.
  4. Blogger-Relations basieren auf Empathie. Ihr müsst wissen, mit wem ihr es zu tun habt. Ihr müsst Gedanken, Emotionen, Absichten und Persönlichkeitsmerkmale des Blogs verstehen und deuten können, da die Kommunikation immer persönlich sein muss. Empathie bedeutet in diesem Zusammenhang auch, das entstehende Vertrauensverhältnis richtig zu bewerten.

Unternehmen, die diese vier Säulen beherzigen, bauen ihre Blogger-Relations auf sehr soliden Fundamenten und haben mit den gewonnenen Blogs schnell gemeinsame Ziele: eine Win-win-Situation für Unternehmen und Blog. Der regelmäßige Kontakt, gespickt mit immer neuen Impulsen und unkonventionellen Ansätzen kann schon nach kurzer Zeit sehr harmonische und produktive Zusammenarbeit hervorbringen.

Und vergesst nicht: bei allem Digitalen, auch die Begegnung im Realen zu zelebrieren. Nehmt an BarCamps und Konferenzen teil. Ladet die Blogger in eure Zentralen ein. Das Verständnis füreinander wächst dabei ungemein.

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