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BigHugFX: Die VFX-Magier von Die glorreichen Sieben und Creed jetzt bei wildcard!

Date Posted: 15 Mai, 2017

In Sachen Bewegtbild ist wildcard mit seiner Kölner Film-Unit traditionell stark aufgestellt, was nicht zuletzt Auszeichnungen wie etwa jüngst der Gold Award des World Media Festivals 2017  belegen. Jetzt kommt der Turbo bei 3D- und Spezialeffekten hinzu: Die Partnerschaft mit BigHugFX aus München komplettiert die Film-Kompetenzen mit Hollywood-Know-How. BigHugFX-Chef Benedikt Laubenthal erklärt im Interview, warum Special Effects jeder Kampagne Schub geben – und wie man es schafft, als Betriebswirtschaftsstudent aus Deutschland an entscheidender Stelle an einem „Rocky“-Film mitzuarbeiten.

wcc:  Wie kommt man als Student der Betriebswirtschaft, Psychologie und Englisch zum Film – und warum machst du da jetzt ausgerechnet den abgedrehtesten aller Jobs?

BL: Film ist an sich ja schon ein reizvolles Thema. Dazu dann mein starker Fokus auf die kreativen Aspekte und der Drang jede Technologie auszureizen – bumm, bin ich quasi zwangsläufig beim Thema 3D und VFX gelandet. Ich habe dann als Autodidakt neben meiner Arbeit in einem Fernsehstudio solange ausprobiert, experimentiert und gelernt, bis ich reif für die Branche war. Als freier 3D-Artist sowie als Leiter der 3D-Abteilung bei D-Facto Motion konnte ich die Praxiserfahrungen vertiefen und unterfüttern. Auf diesem Weg bin ich irgendwann Tommy Krappweis begegnet, der mich für die Verfilmung seines Fantasy-Abenteuers Mara und der Feuerbringer mit an Bord haben wollte. Und da es sich hierbei um ein wirklich großes Feature-Film-Projekt gehandelt hat, habe ich die Chance beim Schopfe ergriffen und die Firma BigHugFX gegründet.

wcc: Der Start in einem so gut besetzten Markt ist sicher nicht einfach. Was waren Deine ersten Projekte? 

BL: Durch das genannte Großprojekt Mara und der Feuerbringer, produziert von Rat Pack und mit Constantin Film als Vertrieb sowie RTL als Rechteinhaber, war der Start gesetzt, damit hatten wir erstmal 1,5 Jahre zu tun. Wir haben die Firma so von der Pieke auf neu aufgebaut und eine Inhouse-Pipeline programmiert, die man dringend benötigt, um bei so umfangreichen Projekten effizient und gut organisiert arbeiten zu können. Da lernt man quasi im Turbomodus und die Erfolgskontrolle ist bei so vielen anspruchsvollen Stakeholdern auch schon eingebaut. Dazu musste ein Team von insgesamt 40 Leuten koordiniert werden, die alle an diesem Projekt mitgewirkt haben.
Parallel dazu haben wir einzelne Werbespots gemacht und so schon mal die Fühler nach weiteren Kunden und Möglichkeiten ausgestreckt.
Da Mara und der Feuerbringer der größte deutsche Fantasy-Film seit langem und die Erwartungshaltung dementsprechend hoch war, hatten wir sehr schnell sehr viel mehr Aufmerksamkeit auf BigHugFX, als das normalerweise der Fall ist – und so war der erste große Schritt in die Filmbranche getan.

wcc: Mit dem VFX-Bereich positionierst Du BigHugFX in einem sehr speziellen Sektor. Warum diese Fokussierung? Was macht für Dich den Reiz an VFX aus und wo liegen die Chancen?

BL: Für mich ist VFX der Bereich, der dem Film eine ganz neue Dimension gibt, denn damit ist praktisch alles machbar und man bekommt die Möglichkeit, mit jedem Projekt immer wieder neue, tolle Ideen präsentieren zu können. Klar, je nach Budget muss man sich auch um die Machbarkeit Gedanken machen, aber am Anfang gibt es immer nur die eine Frage: Was will ich erreichen? Und dann gibt‘s immer mehrere Wege, um ans Ziel zu kommen – und ans Ziel kommen wir immer. Das macht total Spaß und hält einen auf Trab, kein Projekt ist wie das andere. Dabei muss man immer fokussiert und organisiert bleiben, sonst kann man keine High End-Qualität erreichen. Zum Glück bin ich ein sehr organsierter Mensch, und meine Erfahrung als Studiotechniker und 3D-Artist hilft mir in der Praxis sehr, mit meinem Team zu kommunizieren, zu arbeiten und so effizient unsere Ziele zu erreichen.

Der 42-jährige Benedikt Laubenthal ist Geschäftsführer und VFX Producer bei der BigHugFX GmbH. Seine größte Erfolge sind die Produktion der Special Effects großer Kinofilme wie „Die glorreichen Sieben“, Sylvester Stallones „Creed“ oder „Mara und der Feuerbringer“.

wcc: Und warum bist Du sogar in Hollywood gefragt? Wie schafft man es, als deutscher Anbieter im schönen bayrischen Grünwald, Aufträge von dort zu bekommen?

BL: Wir denken einfach mehr „Out of the box“. Zum Beispiel wird VFX meist als reine Computerarbeit gesehen, und das stimmt auch weitgehend. Aber durch Tricks mit real gefilmten Elementen kann man viel Arbeit einsparen, die am Rechner länger dauern würde. Ein Beispiel: Der Kunde wünscht sich einen Raum, in dem eine Explosion stattfindet. Nach der Detonation sollen Rauchschwaden durchs Bild ziehen, von den Wänden Staubelemente rieseln und von der Decke Putz- und Steinbrocken. Kann man alles in extrem aufwändigen Berechnungen in 3D simulieren. Oder man nimmt eine Kamera in die Hand und dreht im House Green Studio diese Elemente real und integriert sie dann im Compositing über das Bild. Der Look ist automatisch „fotorealistisch“ und die Bildintegration muss bei beiden Varianten gemacht werden, nur 3D hätte dafür weitaus mehr Vorbereitungsschritte und auch noch dementsprechend Berechnungszeit.

Das spart Zeit und Geld, und darauf kommt es in jedem Projekt an. Wir suchen immer die beste Möglichkeit, die zum Budget und zum Look passt. Auch mit ungewöhnlichen Methoden. Das macht uns schneller und effizienter als andere.

Die Positionierung in den USA verdanke ich der Zusammenarbeit mit John Nugent, einem VFX Supervisor, den ich für Mara und der Feuerbringer gewinnen konnte. Er hat bei Herr der Ringe, Chroniken von Narnia und Matrix mitgewirkt, um nur ein paar zu nennen. John war für 14 Monate bei uns in München und in so einer Zeit wächst man zusammen. Er hat unser Potential erkannt und ich habe mit ihm vor seiner Rückkehr in die USA über Kooperationsmöglichkeiten gesprochen, da er in New York eine eigenes kleines VFX Studio, „SandboxFX“ betreibt. Wir haben die Studios so zusammengeführt, dass wir Projekte gemeinsam bearbeiten können. Durch seine sensationellen Kontakte in die Industrie hat er dann schnell diverse Projekte akquiriert (Creed, Hot Pursuit, Barbershop, Die glorreichen Sieben, Ben Hur, Death Wish, Everything Everything, Bad Moms etc). Die Kooperation läuft super, und MGM ist sehr zufrieden mit unseren Leistungen, was sich in immer neuen Folgeprojekten niederschlägt.

wcc: Was VFX in Kinofilmen leistet ist klar. Aber was bringt’s für Kunden aus Industrie oder Dienstleistungssektor?

BL: Anspruchsvolle Werbespots, stilvolle Produktpräsentationen und grafisch aufgepeppte Shows sind ja mehr als angesagt. Wir können faktisch jedem Bereich zuarbeiten und die Marketingmöglichkeiten für Firmen auf jedem Kanal mit jedem Produkt deutlich verbessern. Denn zwei Dinge muss jeder gute Content leisten, und das ist mit Bewegtbild oft einfacher: Gute Inhalte müssen Nutzwert oder Unterhaltung liefern, im besten Fall beides. Denn dann haben wir die Aufmerksamkeit, und das ist in unserer total visualisierten Zeit der zentrale Punkt jeder Kampagne und jeder Einzelmaßnahme.

So ist jedes Schulungs- oder Infomaterial, jedes Produkt und jede Botschaft durch professionell produzierte Videos und Filme schneller und wirksamer verbreitbar und vom Empfänger einfacher und nachhaltiger aufzunehmen. Man schaut sich heute gerne einfach ´nen kurzen Clip über an über Dinge, die einen gerade interessieren oder die man verstehen will oder muss. Das ist derzeit und in der mittelfristigen Zukunft die effektivste und oft auch stilvollste Art, seine Kommunikationsziele zu erreichen.

wcc: Vielen Dank Benedikt!

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