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Bezahlung via Twitter – Das Ausloten der Grenzen

Date Posted: 22 Oktober, 2014
© vege - Fotolia.com
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Nachdem Apple bereits hohe Wellen mit der geplanten Einführung des Apple Pay, dem mobilen Bezahlsystem per Handy, geschlagen hat, erscheint bereits die nächste kontroverse Bezahlvariante auf der Bildfläche. Das Überweisen von Geld per Tweet auf der Social Media Plattform Twitter oder gar in ferner Zukunft via Facebook Messenger-App steht im Raum und wird heiß diskutiert. Während Facebook sein System zunächst nur als Grundlagentest bezeichnet hat, ist nun eine französische Bankengruppe vorgeprescht und möchte noch im Oktober Geldüberweisungen auf Twitter ermöglichen. Nur in Frankreich vorerst, doch erreicht dieser Trend möglicherweise auch bald Deutschland?

Messenger Leak

Eigentlich führte Facebook lediglich Tests mit den Möglichkeiten des Bezahlens per Kreditkarte mit der hauseigenen Messenger-App durch, doch ein Student entdeckte diese Option in einem detaillierten Blick hinter die App. Noch im Sommer hatte Facebook CEO Mark Zuckerberg über derartige Möglichkeiten gesprochen und betont, dass erst grundlegende Vorarbeit geleistet werden müsse, bevor ein solcher Schritt möglich sei. Die Nutzung einer solchen Funktion wird sicherlich noch eine Weile auf sich warten lassen, doch der grundlegende Gedanke war durch die Entdeckung des Studenten zur sehr realen Möglichkeit geworden. Sofort stellen sich dem Benutzer Fragen bezüglich der Sicherheit oder dem Schutz von Jugendlichen, die noch nicht beantwortet werden können.

#überweisen

Doch die Vorreiterrolle scheint Facebook dieses Mal nicht halten zu können, denn auf Twitter öffnete sich eine weitere Bezahlfunktion. Die französische Bankengruppe BPCE möchte noch im Oktober die Überweisung per Tweet in Frankreich einführen. Als Voraussetzungen dafür bestehen lediglich ein individuelles Twitter-Konto beider Parteien, eine französische Bankkarte, ein Smartphone mit französischer Nummer und eine Anmeldung beim Mobile-Payment-Spezialisten S-Money. Sollten diese Bedingungen bei beiden Parteien erfüllt sein, braucht es keine Kontonummer oder ähnliches mehr. Die Überweisung kann dann per öffentlichem Tweet durchgeführt werden, der jedoch nicht retweetet werden kann.

Durch Twitters Wachstum in den vergangenen Jahren ist dieser Schritt ein logischer, da vor allem die jungen Generationen dort äußerst aktiv sind. Diese Zielgruppen sind ebenfalls stark technikaffin und stets begeistert von neuen, mobilen und schnellen Möglichkeiten, die ihre Alltagssituationen vereinfachen. Gute Grundlage also für die Franzosen, an diesem Punkt ein neues Feld zu öffnen.

Unsichere Felder

Für den deutschen Markt hängen alle diese Systeme noch vollkommen in der Schwebe. Nachdem Apples mobiles Bezahlsystem am 21. Oktober in den USA gestartet ist, beginnen die deutschen Sparkassen ebenfalls Interesse anzumelden. Ob es sich dabei nur um die Angst handelt, einen Trend zu verpassen oder um grundlegendes Interesse an einer Einführung in Deutschland, ist dabei noch nicht zu beurteilen. Nebenher arbeitet Facebook an der Möglichkeit per Messenger-App zu bezahlen und aus Frankreich erscheinen die ersten Überweisungen via Twitter. Das Feld der Bezahlmethoden verbreitet sich mit diesen Optionen enorm, selbst wenn diese noch in den Anfängen stecken. Alleine die Grundlegung öffnet weite Bereiche, die den schmalen Horizont der finanziellen Möglichkeiten des Endverbrauchers erweitern. Für den deutschen Benutzer von Social Media Kanälen ändert sich zunächst nichts, da gerade der deutsche Finanzmarkt unter strikten Konditionen steht. Die vielen offenen Fragen bezüglich Sicherheit oder Funktionalität stehen nach wie vor im Raum und benötigen eine Grundlage, bevor in Deutschland ein alternatives Bezahlsystem etabliert werden kann. Diese Entwicklung sollte dennoch genau im Auge behalten werden, damit frühzeitig Aufklärung betrieben werden kann und die Trendwelle nicht die Realität überrascht.

Auch mit dem Facebook Messenger wird man in Zukunft Bezahlungen durchführen können.

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