News & views

Bezahlen per Hashtag – Ersetzt die Raute(#) bald den Euro (€)?

Date Posted: 14 Februar, 2013

Ein Geschenk über zehn Dollar – damit versüßen American Express und Twitter ihren Nutzern den Start des neuen Bezahlsystems über das soziale Netzwerk. Produkte per Hashtag kaufen und nach Hause geliefert zu bekommen, soll dem User das Einkaufen im Internet noch einfacher machen. Die wichtigste Frage, die sich mir dabei stellt: Wird der nie so recht in die Gänge gekommene F-Commerce (Facebook-Kommerz) jetztdurch den hier so clever eingefädelten T-Commerce auf Twitter neu angestoßen?

So funktioniert‘s: Einen Tweet mit dem Hashtag #BuyAmexGiftCard25 posten, auf das Angebot von Twitter warten und mit einem weiteren Tweet und dem dazu passenden Hashtag den Einkauf bestätigen. Für 15 Dollar erhält man so zum Beispiel einen 25-Dollar-Geschenkgutschein. US-Kunden des sozialen Netzwerks können seit neuestem ihre American Express-Kreditkarte auf der extra dafür eingerichteten Website „AmexSynch“ mit ihrem Twitter-Account verknüpfen. Danach steht dem Shoppen nichts mehr im Weg. Momentan ist das bereitgestellte Warenangebot allerdings überschaubar. Neben dem „Kindle Fire HD“ von Amazon wird noch eine Fotokamera von Sony und Microsofts Xbox 360 über den neuen Service angeboten. Mit derlei Angeboten werden natürlich gerade die „digital natives“ als Zielgruppe besonders angesprochen.

Mal sehen, ob in den weiteren Angeboten auch Produkte anderer Bereiche enthalten sein werden.

Die Sicherheit der Profile muss im Vordergrund stehen

Datenschützer werden sich bei dem neuen Angebot mit Sicherheit fragen:  Wie sicher ist das Einkaufen per Twitter? In jüngster Vergangenheit gab es nämlich immer wieder einige bedenkliche Sicherheitslücken bei dem beliebten Kommunikationsmittel. Vor einigen Wochen erst wurden rund 250.000 Nutzerkonten kompromittiert, zudem beklagen sich viele User immer wieder über Spam-Nachrichten ihrer Follower. Abgesehen von den nicht unbeachtlichen Sicherheitsbedenken, würde ich mich persönlich zudem nicht als kostenloser Werbeträger im Internet instrumentalisieren lassen. Denn meine Tweets oder Einkäufe sind für alle Welt sichtbar und können somit genau nachempfunden werden.

AmazonGoogle und Facebook haben in der Vergangenheit bereits ähnliche Modelle getestet. Twitter tut also gut daran, mit dem Serviceangebot der Konkurrenz so schnell wie möglich gleich zu ziehen. Bevor allerdings die Sicherheit sensibler Daten, wie der eigenen Kreditkarte, in Frage stehen, werde ich wohl nicht der Einzige sein, der es sich zweimal überlegt, bevor ich mir per Hashtag einen neuen Fotoapparat nach Hause liefern lasse. Allerdings zeigt es deutlich, welche Möglichkeiten Twitter & Co. bieten –man muss sich halt was trauen. Und Mut beweist Amex damit allemal – die Nutzer vermutlich auch.

Share this
arrow_upward