News & views

Bekommen Corporate Blogs endlich die Chance, die sie verdienen?

Date Posted: 27 April, 2012
Corporate Blog in der Mitte
Corporate Blog in der Mitte der Unternehmens-Kommunikation. Bild: wildcard

Passende Studien gibt´s immer wieder und eigentlich ist es ja auch logisch: „Corporate Blogs und Themenblogs gewinnen immer mehr an Bedeutung“.

Doch trotz­dem fällt auf, dass diese „All­rounder“ in all der Hek­tik rund um Face­book, Twit­ter, G+ und  den vie­len weit­eren Plat­tfor­men, die mit­tler­weile wie selb­stver­ständlich in  die Unternehmen­skom­mu­nika­tion inte­gri­ert wer­den, eher ein stilles Dasein fristen.

Warum eigentlich?

Der tägliche Kommunikationsalltag oder besser, die Kommunikationsherausforderungen, vor denen viele Unternehmen stehen, zeigen uns immer wieder, wie richtig der Einsatz eines Corporate Blogs als strukturierendes Element der unternehmenseigenen Themenwelten wäre.

Klar, Facebook & Co erreichen große Reichweiten, sind vordergründig sehr unkompliziert im Einsatz, verlassen sich auf eine hohe Dialogwilligkeit der  Zielgruppe und niedrige Hemmschwellen bei der schnell gemachten  Meinungsäußerung, aber ist eine Marke wirklich gut bedient, wenn sie  sich in den Social Media ausschließlich auf die schnelllebige Pinnwand ihres eigenen Facebook-Fan-Profils verlässt?

Sind die vielen tausend Fans wirklich treue und interessierte  Kunden, die hier die Marke und ihren Charakter erleben wollen und sich auf die Kompetenz des Unternehmens verlassen oder eher  „Schnäppchenjäger“, die auf die nächste Promo warten?

Bestimmt ist jeder schnelle und direkte Weg zum Kunden notwendig und  wichtig, und damit haben besonders auch die Social Netzwerke ihre Bedeutung innerhalb des Maßnahmenrads in der Unternehmenskommunikation, aber so leicht die Entscheidung für diese Plattformen fällt, so schwer scheint sie häufig für die Implementierung eines Corporate Blogs zu sein. Dabei gibt gerade dieses Medium der Marke ihre „eigene Note“.

Wo, wenn nicht hier, kann jedes Unternehmen sich, seine Schwerpunkte, all  seine Facetten und das ganz Eigene und Besondere besser inszenieren, als  auf einem Corporate Blog. Hier wird langfristig geplant, hier können Trends  genauso diskutiert werden, wie nachhaltige Unternehmenswerte einfließen. Sie bieten den unterschiedlichen Zielgruppen, Diskussionsräume, Identifikationsflächen und manchmal einfach nur viel Wissen an. Hier spielen die eigenen Produkte  und die Menschen dahinter eine Rolle, ebenso wie das Geschehen im Markt, und was sich daraus für die Kunden ergibt. Hier könnte sich jede Zielgruppe  wiederfinden, wenn die Struktur des Corporate Blogs so angelegt ist, oder nur ganz ausgewählte, die diese spezielle Plattform brauchen, um zu finden, was sie suchen.

Im Marketing z.B. ist eine so umfassende  Unternehmensdarstellung eigentlich nur vergleichbar mit der Präsentation  auf Messen.

Hier werden wie selbstverständlich  große Budgettöpfe in den alljährlichen Messeauftritt investiert, Projektteams  erfinden immer wieder neu, wie sich das Unternehmen, mit allen  Business-Units und Produkten präsentieren kann, Kunden werden eingeladen, Journalisten sind VIPs auf dem Stand, zufällige Laufkunden  werden beeindruckt, und vielleicht dadurch das erste Mal auf das  Unternehmen als möglicher Partner aufmerksam.

Blöd nur, dass nach  ca 1-2 Woche alles vorbei ist und im schlimmsten Fall die  Messeleads noch nicht einmal sauber nachbearbeitet werden. Vorbei die herrliche  Markeninszenierung, manchmal gibt´s noch ein paar Fotos, oder den  Messefilm, der ab jetzt in der Unternehmenspräsentation eingebunden wird.

Hmm, komisch, dass die Unternehmen (manchmal nur aus alter Verbundenheit) das alles richtig und gut investiert finden, aber bei einem Jahresbudget eines Corporate Blogs, das meist sogar weit unter dem Messebudget liegt, ins Zögern geraten. Hier gelingt meist eine mindestens so  professionelle und beeindruckende aber viel nachhaltigere  Markeninszenierung, die Kunden und Journalisten einläd, die Business-Units zu Wort kommen lassen kann, die Schwerpunkte und Themen bedient und mit gut gemachter Suchmaschinenoptimierung sogar noch die „Laufkunden“ vorbeischickt.

Vielleicht ein Anstoß einmal nachzudenken über Corporate Blogs als Zentrum der „modernen Unternehmenskommunikation“, die eben auch die digitalen Kanäle umfasst, und sich nicht nur auf die „Begleiter“ zu verlassen.

Share this
arrow_upward