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Apple Watch: Gehen die Uhren jetzt anders?

Date Posted: 13 März, 2015
Apple Watch
© Apple Inc.

Smartwatches sollen schon länger in aller Munde sein. Das ist nur bedingt der Fall – selbst nach einigen Neuvorstellungen auf dem Mobile World Congress 2015. Nach der jüngsten Apple-Keynote sollen sie vor allem bald an jedem Handgelenk sein. Immerhin sagt man Apple nach, dieser Brand würde auch unnütze Hardware sexy machen. Stichwort iPad. Und genau das ist der Plan: Die Apple Watch soll dieser neuen Gattung Hardware die Tür in die Herzen der Verbraucher öffnen. Klappt das?

Horche ich aktuell so in die Medienwelt, dann sieht es nicht danach aus. So wirklich weiß noch niemand, was er mit den neuen Geräten eigentlich soll. Bei Uhren, da denke auch ich an eine gewisse Wertigkeit. An Produkte, die der Vater dem Sohn vererbt. Doch ohne das passende Smartphone sind die meisten der neuen Uhren kaum zu gebrauchen. Es ist davon auszugehen, dass viele der Smartwatches mit Software- und Hardware-Updates so ihre Probleme haben werden. Selbst die Apple Watches sind nicht mit jeder iPhone-Version kompatibel. Solche Meldungen schüren Skepsis. Vor allem, da die Uhren in der Regel keine Schnäppchen sind. Mache Variante kostet so viel, wie ein gutes Smartphone. Apple treibt es sogar auf die Spitze: Die teuerste Variante ­– mit Blattgold ­– steht eines Kleinwagen in nichts nach. 18.000 Euro können Menschen mit zu dicker Brieftasche investieren. Doch vor dem Stromhunger von allem, was den Begriff „Smart“ im Namen trägt, sind alle gleich. Egal ob arm oder reich.

Apple soll den Markt beleben

Vielleicht schafft es Apple den Markt für Smartwatches zu beleben. Ich will es Tim Cook nicht absprechen. Doch das wird seine bisher wohl schwerste Aufgabe. Smartwatches können bislang nichts, was das Smartphone überflüssig werden ließe oder was einer der derzeit beliebten Fitness-Tracker für deutlich weniger Geld nicht auch könnte. Pulsmesser, Schrittmesser, Schlafüberwachung – sicher sinnvolle Features. Und vor allem besser am Handgelenk aufgehoben als in der Hosentasche.

Was also wäre ein cleveres Konzept für „Smartwatches“? Ich denke, es wäre sinnvoll, die Geräte nicht losgelöst zu sehen oder sie zumindest so zu verkaufen zu versuchen. Es ist tatsächlich fraglich, ob sie von der Zielgruppe je als eigenständige Hardware begriffen werden. Wieso denkt man nicht über ein Konzept nach, das Uhr und Phone direkt im Bundle anbietet? Und das auch preislich so kalkuliert. Ich bin bereit eine Smartwatch als eine zu 100% auf mein Smartphone abgestimmte externe Verlängerung zu begreifen, solange sie preislich auch als ein solches Produkt deklariert ist.

Sie als reine Uhr zu begreifen – wie ich das bei einer Glashütte oder Rolex tue – fällt mir (noch) schwer. Aber vielleicht schafft es Tim Cook ja.

Bis dahin gehen meine Uhren so, wie sie auch gestern gingen.

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