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Apple Music – Apple präsentiert eigenen Streamingdienst auf WWDC 2015

Date Posted: 10 Juni, 2015

Auf der diesjährigen Worldwide Developers Conference in San Francisco präsentierte Apple wie gewohnt einige Neuigkeiten. Bereits im Vorfeld wurde viel darüber diskutiert, doch nach der Entwicklerkonferenz herrscht Gewissheit: Apple startet Ende Juni seinen schlicht „Apple Music“ betitelten Musikstreamingdienst und tritt damit in direkte Konkurrenz zu Spotify und co.

© Apple
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Apple Music fordert Spotify heraus

Die monatliche Abogebühr für Apple Music beträgt 9,99 Dollar und ist damit ebenso hoch wie beim Hauptkonkurrenten Spotify. Der Nutzer hat damit Zugriff auf eine 30 Millionen Stücke umfassende Musikbibliothek. Zudem sollen von Experten erstellte Playlists das Entdecken neuer Musik, die den Vorlieben des Nutzers entspricht, erleichtern. Mit Apple Music wird auch die neue Live-Internetradiostation „Beats One“ eingeführt. Auf dieser werden DJs aus London, New York und Los Angeles ein 24 Stunden am Tag laufendes Programm gestalten, das neben Musik- auch Wort-Beiträge wie beispielsweise Interviews beinhalten soll.
https://youtu.be/Y1zs0uHHoSw?list=PLHFlHpPjgk70oyFU2DHn0mqXZxqUxySsb

Spezielle Apple Music-App für Android-Nutzer

Apple Music wird in der neuen Version der Musik-App von iOS 9 integriert sein und Features enthalten, die denen der Beats Music-App ähneln. Apple hatte Beats Electronics 2014 für drei Milliarden Dollar aufgekauft. Spekulationen, dass dieses vor allem aus Interesse am Streamingdienst Beats Music geschehen war, bestätigen sich nun. Auch Android-Nutzer können auf Apple Music zugreifen, benötigen dafür allerdings eine eigene App, die im Herbst erscheinen soll. Diese wird um ein Feature ärmer sein, als ihr iOS-Pendant: Die Bedienung über die Spracherkennungssoftware „Siri“ bleibt Apple-Nutzern vorbehalten.

© Spotify
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iTunes beschert Apple Music breite Nutzerbasis

Apples Musik-Download-Dienst iTunes weist über 800 Millionen Nutzer-Konten auf, die dort Registrierten können mit wenig Aufwand auf Apple Music zugreifen. Durch gezielte Werbemaßnahmen wird Apple seinen Streamingdienst bekannt machen und so könnte sich so rasch eine große Nutzerbasis aufbauen. Im Gegensatz zu den Diensten der Konkurrenz muss Apple Music auch keinen Profit abwerfen: Da es vollumfänglich nur mit den Geräten des Mutterkonzerns zu nutzen ist, wird Apple Music bei Erfolg den einträglichen Hardwareverkauf weiter beflügeln.

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Niedrige Datenrate, aber Offline Nutzung

Ein Nachteil degenüber der Konkurrenz ist die niedrigere Datenrate. Während diese bei Spotify und Google Play bis zu 320 Kbit/s beträgt, bietet Apple Music nur 256 Kbit/s. Ob als Datei-Standard MP3 oder AAC Verwendung findet, ist noch nicht bekannt. Ein in Spotifys Premium-Angebot ebenfalls enthaltenes Feature ist die Möglichkeit, auch offline auf Songs und Alben zuzugreifen. Beim Konkurrenten ist nach 30 Tagen allerdings eine Online-Anmeldung erforderlich, um den Service weiter zu nutzen. Dieses soll verhindern, dass innerhalb des kostenlosen Testmonats große Mengen von Musik heruntergeladen und nach Ablauf der Probierphase weiter gehört werden. Ob in Apple Music eine ähnliche Hürde integriert sein wird, wurde noch nicht mitgeteilt.

© Apple
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Neben Apple Music: OS-Update für Apple Watch, iOS 9 auch für ältere Geräte

Bereits im Herbst erhält Apples Smartwach sein erstes größeres Systemupdate. Erwähnenswert sind die erweiterten Möglichkeiten für Drittentwickler, die nun direkten Zugriff auf die Watch erhalten. Damit können sie native Apple Watch-Apps programmieren, die mehr sind als abgespeckte iPhone-Apps. Die Zugriffsrechte der Drittanbieter sind allerdings nach wie vor beschränkt. Die Force Touch-Funktion, die die Beeinflussung bestimmter Einstellungen durch Druck auf das Display ermöglicht, ist weiterhin nicht zugänglich. Ebenso wird es auf absehbare Zeit keine Ziffernblätter von anderen Anbietern geben, allerdings wird Apple die Auswahl derselben vergrößern. Eine gute Nachricht für Benutzer älterer Apple-Geräte ist zudem, dass das kommende iOS 9 auch ihnen zur Verfügung stehen wird. Das optisch nur dezent überarbeitete Betriebssystem wird auf allen Geräten laufen, die iOS 8 nutzen und besonders stromsparend arbeiten. Durchschnittlich soll die Betriebsdauer sich um eine Stunde verlängern, ein neuer Stromsparmodus soll sogar bis zu drei weitere Stunden herausschlagen können.

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