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Anki OVERDRIVE erobert Deutschland

Date Posted: 18 März, 2015
Anki OVERDRIVE
© Anki

Das amerikanische Start-up aus San Francisco tritt ab September auch in Deutschland voll aufs Gas

Auf den ersten Blick sieht es bei Anki Overdrive so aus als würden die vier Autos ihre Runden um eine moderne Art der Slot-Rennbahn drehen. Beim genauen Hinschauen erkennt jeder Beobachter allerdings schnell, dass es weder den bisher üblichen Slot gibt, der die Autos führt, noch einen Controller, mit dem man sie steuert. Anki Overdrive basiert hingegen auf einem modularen Streckensystem, das nach Lust und Laune zu einzigartigen Kursen zusammengeklickt werden kann. Die Supercars, die auf den Kursen fahren, bekämpfen sich auf der Straße und sind damit zentraler Teil des neuartigen Kampf-Rennspiels.

Von der Rollmatte zum Stecksystem

Der Vorgänger zu Overdrive erblickte 2013 das Licht der Welt und wurde seinerzeit auf der WWDC 2013 von Appels Tim Cook vorgestellt und trug den Namen Anki Drive. Dabei war Drive und die dazu passende App, mit der die Autos gesteuert wurden, nicht einmal exklusiv nur auf iOS spielbar. Das junge Start-up aus San Francisco setzte von Anfang an auf künstliche Intelligenz und Robottechnik. Viele Freiheiten bezüglich der Strecken gab es bei Drive allerdings noch nicht: Auf einer von drei Rollmatten drehten die Supercars ihre Runden und konnten dort versuchen, ihre Gegner abzuschießen oder von der Strecke zu rammen. Während Drive ausschließlich in Nordamerika und Großbritannien erhältlich war, wird Overdrive ab Herbst auch in Deutschland zu kaufen sein.

Die größte Neuentwicklung ist dabei das rundum erweiterte Streckensystem, das sich ganz nach eigenen Vorlieben zu komplexen Strecken mit Kreuzungen, Kurven, Brücken oder gar Sprungschanzen zusammenklicken lassen. Die Streckenteile verbinden sich über magnetische Anschlüsse und ergeben immer neue Bauarten. Für das menschliche Auge nicht sichtbar sind dabei die Informationen, die auf der Strecke für die Supercars hinterlegt sind. Diese scannen die Strecke mit einer eingebauten Kamera 500 Mal in der Sekunde und wissen daher immer ganz genau, an welchem Punkt auf der Strecke sie sich befinden. Fahren sie beispielweise einmal falsch herum, korrigieren sie die Fahrtrichtung innerhalb weniger Sekunden.

Anki Hamburg
Anki Overdrive Presse-Event in Hamburg / Foto: © wildcard

Supercars und rivalisierende Commander

Neben dem neuen Streckensystem sind es die Kampffahrzeuge, die Overdrive auszeichnen. Als Designer zeichnet sich Harald Belker verantwortlich und damit jemand, der sich in der Vergangenheit bereits in Hollywood einen Namen machen konnte. Dort designte er Fahrzeuge für Filme wie „Minority Report“, „Tron: Legacy“ und das Batmobile in „Batman & Robin“. Die Supercars haben dabei bestimmte Eigenarten und mitunter unterschiedliche Fähigkeiten und Waffentypen. Über die App wird die Geschwindigkeit der Fahrzeuge gesteuert, aber auch das Waffenarsenal verwaltet. Durch mehrere LED-Lichter an den Autos gibt es auch fernab der App visuelles Feedback über Treffer. Zusätzlich werden die Autos langsamer, drehen sich oder kommen gar von der Strecke ab, während das Smartphone durch Vibrationen Treffer kenntlich macht.

Für Spannung im Einzelspieler-Modus sorgen die sogenannten Commander, die statt menschlicher Mitspieler gegen jeden Rennfahrer antreten. Sie haben unterschiedliche Persönlichkeiten und Vorzüge, was die fahrbaren Untersätze angeht. Im Spiel gegen die KI-Gegner kommt die Robotik-Forschung zum Einsatz, denn die Supercars der Commander können alle erspielten Zusatzfunktionen nutzen und versuchen ebenfalls, mit allem Mitteln zum Sieg zu kommen. Durch die eingebaute Kamera und den Code in der Rennstrecke wissen auch die KI-Autos zu jedem Zeitpunkt nicht nur, wo sie sich befinden, sondern auch, wo die vom Spieler gesteuerten Fahrzeuge gerade sind. So versuchen sie entweder, diese einzuholen oder fahren langsamer und warten darauf, einen Angriff auszuführen.

Anki Berlin
Anki Overdrive Presse-Event in Berlin/ Foto: © wildcard

Overdrive als Videospielhybrid

Als Spielkonzept ist Anki Overdrive bisher einzigartig. Die Skylanders oder auch die Amiibos von Nintendo haben den Spielzeugfaktor bereits in Videospiele gebracht und sprechen vor allem den Sammeldrang von Kindern (und durchaus auch Erwachsenen) an. Allerdings sind sie im jeweiligen Spiel nicht vollends integriert – sie sind eher ein glorifiziertes Memory Pack, das Speicherplatz in sich trägt und den Spielfortschritt koordiniert. Overdrive hingegen baut die Supercars als Spielmittelpunkt in das Spiel. Die dazugehörige App dient dabei nicht nur zur Steuerung der Fahrzeuge, sondern klärt Spieler auch über ihren Fortschritt auf, vergleicht ihre besten Rundenzeiten mit denen ihrer Freunde und funktioniert als zentraler Hub für die Waffenausrüstung und das Erwerben von Upgrades. Diese schalten Spieler durch erfolgreichen Rennen frei. Fortschritt wird dabei nicht nur mit besseren Upgrades und Freischaltungen belohnt, sondern auch durch einen stetig ansteigenden Schwierigkeitsgrad. Alle freigeschalteten Waffen und Fahrhilfen für ein Auto können von den Commanders genutzt werden. Womit man in der letzten Runde also noch seine Gegner ausgeschaltet hat, könnte dem Spieler also schon in der nächsten Runde zum Verhängnis werden.

Diese auf die App beschränkten Spielelemente sollen ab September zusätzlich durch Spielmodi wie Capture the Flag und ähnlichen ergänzt werden. Zusammen mit der Möglichkeit, für jedes Rennen einen komplette neuen Kurs zu bauen, der auch durch die ganze Wohnung führen kann und (mit den 180°-Streckenteilen) nicht einmal geschlossen werden muss. Ich bin mir sicher: wenn die neuen Spielmodi, die im Laufe des Jahres angekündigt werden, ebenso spaßig sind, wie die bisher gezeigten, wird Anki Overdrive bei vielen großen und kleinen Kindern ganz oben auf der Wunschliste stehen.

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