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AirDog – Fliegende Hunde

Date Posted: 7 Juli, 2014
Bild: Helico Aerospace Industries US LLC.
Bild: Helico Aerospace Industries US LLC.

Seit einigen Jahren sind Drohnen einer der ganz großen Technik-Trends. Wie viele Technologien zuvor hat auch die Drohne ihren Ursprung im militärischen Umfeld. Unbemannte bewaffnete Drohnen, von der US-Armee bereits häufig eingesetzt, sind auch inzwischen in Deutschland Thema. Doch auch zivile Drohnen werden immer beliebter – das birgt zum einem in Teilen des Landes massive Sicherheitsprobleme, vor allem aber technisch neue Möglichkeiten. Das Unternehmen Helico Aerospace Industries startete vor zwei Wochen ein Kickstarter-Projekt und stellte AirDog vor, eine Drohne mit integrierter Kamera, die vor allem Extremsportler ansprechen soll und bereits nach kurzer Zeit mehr als doppelt so viel finanzielle Unterstützung erhielt als geplant.

Bei Fuß!

 AirDog verfügt über eine GoPro-Kamera, die Drohne muss vom Nutzer während des Filmens nicht gesteuert werden. Ausgestattet mit vier kleinen Rotorenblättern trotzt sie allen Witterungsverhältnissen und kann im strömenden Regen, in höchsten Bergregionen oder in klirrender Kälte Aufnahmen machen. AirDog soll ein treuer Begleiter sein, wie ein Hund. Mit der AirLeash, einem Armband, kann der Nutzer Einstellungen zu Flughöhe und Winkel machen – mehr Steuerungsoptionen bietet die in Entwicklung befindliche Companion-App. Außerdem ist die AirLeash mit der Drohne verbunden und folgt dem Träger ganz automatisch.

Die AirLeash ist dabei nicht nur wasserdicht, sie analysiert auch die Bewegungen des Trägers und sendet Befehle an die Drohne. Diese passt anhand der Informationen so Aufnahmewinkel oder Flughöhe an und fördert damit die Dynamik der Videos und stellt sicher, dass der Nutzer nicht aus dem Bild rutscht. Durch verschiedene Modi und anderen Anpassungsoptionen kann das Verhalten während des Filmens noch weiter beeinflusst und geändert werden.

Funktioniert das in Deutschland?

 Private Drohnen sind in Deutschland aktuell ein bürokratischer Albtraum in einer juristischen Grauzone: Wo die Drohnen überhaupt fliegen gelassen werden können ist oft gar nicht so richtig klar. Die Flugsicherung hat mehr und mehr Probleme, Starts und Landungen zu kontrollieren, sofern diese überhaupt angemeldet wurden. In Berlin und Hamburg decken die Anflugzonen der Flughäfen fast das ganze Stadtgebiet ab, Drohnen dürfen hier also gar nicht abheben. Verstöße können mit Bußgeldern von mehr als 1000 Euro geahndet werden.

Eine weitere Problematik mit einen fliegenden und filmenden Drohne kann zudem die Frage nach der Privatsphäre sein. Eine ähnliche Diskussion löste schon Google Glass vor einiger Zeit aus. Zwar will Google selbst keine „Glassholes“ fördern, allerdings kann auch der riesige Konzern etwaige Verstöße kaum unterbinden. AirDog könnte noch einen Schritt weiter gehen und nahezu überall filmen. In Fenster mehrstöckiger Gebäude kann die Kamera der Drohne genauso einfach filmen, wie sie auch hohe Zäune überwinden kann. Als technische Innovation für Extremsportler ist AirDog toll – Basejumper, Surfer, Snowboarder haben ganz neue Möglichkeiten, selbst die steilsten Sprünge und Abfahrten für andere gefahrlos zu filmen. Die Gefahr, dass die Technologie allerdings missbraucht wird, ist aber gegeben. Bisher ist aber noch einmal klar, ob die Drohne in Deutschland überhaupt erhältlich sein wird und genutzt werden darf.

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