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4K im fernsehzimmer? Nicht sofort, aber bald

Date Posted: 19 September, 2013
Canon C500: 4K-Kamera für den Profi-Bereich.
Bild: Canon

Die IFA liegt schon wieder knapp zwei Wochen zurück – die Nachwirkungen sind aber noch zu spüren. Vor allem DAS Messethema 4K wird weiterhin diskutiert. Auch in unserem wildcard fernsehzimmer. Denn 4K-Bildschirme müssen auch entsprechendes Material bekommen, um mit ihrer UHD-Auflösung punkten zu können. Normale TV-Sender werden in den nächsten zehn Jahren kein 4K senden (können), auch ein 4K-Filmformat ist noch weit von der Marktreife entfernt. Es ist also an Bewegtbild-Profis, entsprechendes Material zu liefern.  Wir haben die Experten aus unserer Bewegtbild-Unit gefragt, wie ihre Einschätzung ist.

4K im Consumer-Bereich?

„Im Consumerbereich wird es noch lange dauern, bis 4K zum wirklichen Thema wird,“ sagt Jens Gronek, Leiter des wildcard fernsehzimmer. „Das liegt zum einen im hohen Preis begründet, zum anderen im Workflow, der eine komplett aufgerüstete Technik von Nöten macht. Hier geht’s dann um leistungsfähige Rechner, riesigen Datenspeicher und vor allem eins: 4K-fähige Fernseher, denn sonst wird das Bild auf HD runtergerechnet. 16 Gigabyte misst etwa ein gut eineinhalb Minuten langer Clip aus der JVC-Kamera.“

Unsere Fachleute sind sich aber in einem Punkt völlig einig: Im professionalen Einsatz lohnt sich die neue Kamera-Generation – auch wenn das heute gedrehte 4K-Material wohl auf Jahre kaum einen Privathaushalt erreichen wird.  Doch in der derzeit höchsten Auflösung zu drehen, hat Vorteile. „Im Moment wird bei den meisten Produktionen während der Finalisierung des Films wieder auf HD runtergebrochen. Trotzdem hat man ein besseres Bild, weil das Ursprungsmaterial mit extrem hoher Auflösung gedreht wurde. Dies ermöglicht zum Beispiels ganz neue Möglichkeiten im Rahmen der Bildbearbeitung. Durch die Raw-Aufnahmen bleibt wesentlich mehr vom ursprünglichen Kamerasignal erhalten. Dies garantiert eine hohe Bildqualität sowie wesentlich mehr Spielraum im Rahmen der Postproduktion. “, sagt Benjamin Pauly, Redakteur im wildcard fernsehzimmer. Wer als Privatperson einen Rat möchte: Hier lohnt sich die Anschaffung nicht. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist noch mehr als ungünstig.

4K im Kino?

Eine weitere Nutznießerbranche ist das Kino. Hier kann das Material verlustfrei auf Zelluloid gebannt werden. „Und natürlich bei Messen, wie zum Beispiel der IAA“, berichtet Jens Gronek weiter. Auf der diesjährigen Internationalen Automobil Ausstellung stand in diesem Jahr eine 6K-LED-Leinwand die mit einem halbstündigen Film bespielt wurde. Aufgrund der hohen Datenmenge von 20 Terrabyte(!) musste der Film von mehreren Playern gleichzeitig abgespielt werden. Jeder hat eine Ecke der Leinwand übernommen.

Auch interessant: Jedes der 50 progressiven Bilder aus der Videokamera wird zu einem hochwertigen Foto. Fotografieren wird für viele Anwendungen unnötig, da bereits Highspeed-Fotoserien vorliegen. Auch hier wird die Möglichkeit, ins Bild zu zoomen, wichtig.

Und das Fazit?

„Die Frage, ob 4K-Bild sinnvoll oder wichtig ist, stellt sich nicht – kommen wird es ohnehin. Dennoch ist es zum jetzigen Zeitpunkt für den Consumerbereich nicht von Nöten sein, Equipment umzustellen. Die Nutzung bleibt in erster Linie professionellen Videoproduktionen vorbehalten, die bei der Postproduktion (Schnitt, Grafik etc.) von der immens gestiegenen Auflösung profitieren können, auch wenn letztendlich kein „echtes“ 4K-Bild gesendet wird“, resümiert Jens Gronek.

 

 

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